WILHELM NICOLAUS PRACHENSKY
Innsbruck 1898 – 1956 Innsbruck
42
KALVARIENBERGKIRCHE, 1918
Öl auf Karton, 27 x 24 cm
Monogrammiert und datiert links unten: WP 1918
Prachensky diente während des Ersten Weltkriegs bei den Tiroler Kaiserjägern an der Alpenfront. Während des Kriegsdienstes entstehen kleine Bilder, die situationsbedingt meist auf kleinen Kartons gemalt wurden. Die Kalvarienbergkirche könnte in der Zeit um Prachenskys Aufnahme an die Münchner Akademie kurz vor Kriegsende im Herbst 1918 entstanden sein. Obwohl auch das Format die relative Vergröberung des Pinselstrichs mit beeinflusst hat, scheint die Wahl dieses Duktus auch bewusst an den Spätimpressionismus und den Symbolismus anzuschließen. Das Motiv ist ebenso wie die Entstehungsumstände betont undramatisch, im Vordergrund steht die „Stimmung“ mit den für Tirol typischen, im Sonnenlicht leuchtenden Bergspitzen. Das Bild ist einer der Ausgangspunkte für Prachenskys spätere Arbeit an der Typisierung dieser Bergwelt-Motive, die er dann in graphischer Reduktion zu einer Essenz des Lebensgefühls jener Jahre im österreichischen Westen entwickeln sollte.
Matthias Boeckl
Literatur: Matthias Boeckl: Wilhelm Nicolaus Prachensky. Tyrolia Verlag. Innsbruck 1998, Abb. S. 60