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VOLIÈRE IN VILLENEUVE – LOUBET I, 1959
Öl auf Leinwand, 81 x 100 cm
Signiert rechts unten: Floch
Will man einen Floch’schen Leitgedanken für das erste Jahrzehnt künstlerischen Schaffens auf amerikanischem Boden formulieren, so ist es wohl das Symbol eindringlicher Stille. Diesem Kanon begegnet man in seinen Atelierinterieurs und in den Terrassenmotiven, mit dem Wechselspiel zwischen vertrauten und unvertrauten Räumen, noch deutlicher in Straßenfluchten, wenn die Winzigkeit der menschlichen Kreatur im Vergleich zur Gigantomanie der technischen Errungenschaften im Bauwesen steht.
Ende der 50er Jahre wird dieser oft rigoros scheinende Ansatz weicher: Innenansichten eines Ateliers wirken lebendiger (WVZ 579), die ehemals tiefen Häuserschluchten in den Terrassensujets werden zur Kulisse
(WVZ 567), in der Monotonie einer Großstadt entdeckt Floch die Vielfalt und mit ihr die Buntheit der Architektur (WVZ 654), und nicht zuletzt wirken die dargestellten Wesen mit ihrer jeweiligen Welt verbundener (WVZ 660).
In dieser Entwicklung findet der Künstler – über eine nachdrückliche Dominanz des Bildgefüges, eines detailreicheren Aufbaus und des für ihn neu entdeckten kräftigen Kolorits – von melancholischer Lautlosigkeit zu heiterer Klangfarbe, wie sie „Volière in Villeneuve-Loubet“ dokumentiert. Floch spielt hier mit dem Raumgefüge: Mit den Elementen Vertikale, Diagonale und Horizontale bildet er Akkorde, die sich – von der rhythmischen Skala einer kräftigen Farbpalette begleitet – zu einer architektonischen Komposition verschiedener Raumebenen verbinden.
Olga Kronsteiner
Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk. Österreichischer Kunst und Kulturverlag. Wien 2000, Werkverzeichnis Nr. 671, Abb. S. 374.