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WALDWIESE, um 1913
Öl auf Karton, 27 x 34 cm
Monogrammiert links unten: K. Moser
Trotz des ähnlichen Motivs – eine Landschaft mit Bäumen – gibt es verschiedene stilistische Merkmale, die das Bild deutlich von jenem sicher früher entstandenen „Ausblick durch Stämme“ (vgl. Abb. 34)unterscheiden: Die hingetupften Farbnuancen sind pastoser aufgetragenen Schichten gewichen, gebrochene Braun- und Grüntöne vermitteln eine magische Aura. Die Farbwirkungen ebenso wie etwa das Fehlen von Licht- und Schatteneffekten lassen deutlich den Einfluss Ferdinand Hodlers erkennen, ein Einfluss, der sich in den symbolistischen Figurenbildern von Mosers Spätphase noch deutlicher manifestiert. Kolo Moser lernt den Schweizer Maler erstmals 1903 kennen, als er ihn im Auftrag der Wiener Secession zu einer Ausstellung in Wien einladen und gemeinsam mit Carl Moll die Bilder dafür aussuchen soll. Diese Begegnung mit dem Schweizer Künstler hat zweierlei unmittelbare Folgen: Die Wiener Ausstellung bedeutet erstens einen entscheidenden Erfolg für Hodler und seinen internationalen Durchbruch; und zweitens ist Moser von der Malerei des Schweizers so beeindruckt, dass sie seine eigene Malweise fortan unübersehbar beeinflusst. Ein stilistischer Bruch in Mosers Œuvre nach einer weiteren Begegnung mit Hodler 1913 lässt sich an mehreren Kriterien ablesen: Die Kompositionen seiner Bilder werden strenger, die Farbpalette ist auf noch weniger Töne reduziert, spätimpressionistisch flirrende Licht- und Farbeffekte weichen einer immer kompromissloser angestrebten Flächigkeit. In der Nachlass-Ausstellung ist das Bild „Waldwiese“ unter der Nummer 97 angeführt.
Maria Rennhofer
Literatur: Maria Rennhofer: Koloman Moser. Leben und Werk. Verlag Christian Brandstätter, Wien 2002.