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(Verkaufstück)
MÄNNLICHER AKT STEHEND, 1924

ANTON KOLIG Neutitschein/Nordmähren 1886 – 1950 Nötsch
Art. Nr.: 27
Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbH

Eingeordnet in:

Kunst des 20. Jahrhunderts

Preis:
nicht vermerkt


 

ANTON KOLIG
Neutitschein/Nordmähren 1886 – 1950 Nötsch


27
MÄNNLICHER AKT STEHEND, 1924
Öl auf Leinwand, 104 x 72 cm
Monogrammiert rechts unten: AK

Der männliche Akt bildet das Zentrum des künstlerischen Programms von Anton Kolig, in seinen Proportionen liegt das Maß der Welt, die Kolig beschreibt. Bereits knapp nach dem 1. Weltkrieg entstanden zwei exemplarische, sitzende Jünglingsakte, von denen sich einer im Leopold Museum befindet als eines der Hauptwerke der dort vorhandenen umfangreichen Kolig-Sammlung. Davon ausgehend hat sich Kolig in der Folge mit der monumentaleren Gestalt des stehenden Jünglingsaktes beschäftigt, in Gemäldestudien, wie dem vorliegenden schönen Bild, die letztlich den „Großen Spiegelakt“ von 1926, ebenfalls im Leopold Museum, vorbereiten. Die intensive Auseinandersetzung mit dem männlichen Körper in zahlreichen Versionen, also die Produktion von gemalten Studien, die gewiss nicht unmittelbar für den Markt bestimmt waren, sondern dem ganz persönlichen Interesse Koligs entsprochen haben, sich mit Jünglingskörpern zu beschäftigen, konnte wohl nur vor dem Hintergrund der materiellen Sicherheit durch bedeutende Aufträge stattfinden, die der Künstler in diesen Jahren seiner größten öffentlichen Erfolge ausgeführt hat. Neben dem Porträt der Sängerin Marie Gutheil-Schoder für die Wiener Staatsoper entstanden damals die gemalten Teppiche und das 1938 zerstörte Mosaik für das Salzburger Festspielhaus. Das vorliegende Bild wurde in dieser vielleicht künstlerisch fruchtbarsten, jedenfalls existenziell wohl glücklichsten Zeit Koligs gemalt und bringt das gesteigerte Lebensgefühl dieser Periode durch seine tiefe, strahlende Farbigkeit souverän zum Ausdruck.

Otmar Rychlik


Literatur: Otmar Rychlik: Anton Kolig. Das Malerische Werk. Verlag Christian Brandstätter 2001, Werkverzeichnis Nr. 186, Abb. S. 117.