WILHELM NICOLAUS PRACHENSKY
Innsbruck 1898 – 1956 Innsbruck
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HÄUSER IM WINTER, 1922
Öl auf Karton, 53,5 x 50 cm
Signiert und datiert rechts unten: W. N. PRACHENSKY 1922
In Tiroler Dörfern wie Matrei und Natters, oder auch an einzelnen Gehöften wie dem Ferrarihof bei Innsbruck erarbeitete Prachensky in den ersten 1920er Jahren seinen bekannten Stil der chiffrehaften, kompakten Typisierung der Tiroler Lebenswelt. Das geschah im Bereich der freien Malerei zunächst noch weniger für Zwecke der massenhaften Verbreitung eines gewissen Images, wie es etwa Alfons Walde praktizierte. Denn für diesen Bereich verfügte Prachensky über eine gewerbliche Seite seiner Praxis, in der er Drucksorten und Interior Designs für Hoteliers entwarf. Die „freie“ Malerei hingegen sollte authentischen künstlerischen Erlebnissen vorbehalten bleiben, wie es auch das vorliegende „Häuser im Winter“ zeigt. Hier werden nicht die Sonnenseiten des Lebens in Tirol, sondern in typisch spätexpressionistischer Inbrunst die harten alltäglichen Lebensbedingungen, die gleichwohl ihren eigenen, spröden Reiz ausstrahlen, gezeigt. Diese kristallische Härte versucht Prachensky auch in seiner Signatur nachzuempfinden.
Matthias Boeckl
Literatur: Matthias Boeckl: Wilhelm Nicolaus Prachensky. Tyrolia Verlag, Insbruck 1998.