Bein , Bezeichnung für besonders im 19. Jh. als Ersatz für Elfenbein verwendetes Knochenmaterial, insbesondere der Vorder- und Hinterfußknochen von Rindern und Pferden.
Sie wurden in Segmente zerschnitten und durch Kochen entfettet. Das so präparierte Rohmaterial diente für Reliefschnitzereien und kleine gedrechselte Gegenstände. Auf die Verarbeitung von Bein für Kassetten usw. in Form vieler nebeneinandergesetzter figural beschnitzter Beinsegmente spezialisiert war besonders die im 15. Jh. in Florenz etablierte Werkstatt der Familie * Embriachi. Im 19. Jh. galten vor allem die Städte Berchtesgaden, Geislingen und Offenbach Zentren für Beinschnitzereien. Auch die Kunsthandwerker und Skulpteure der franz. "Elfenbeinstadt" Dieppe verwendeten im 19. Jh. viel Beinmaterial, wie schriftlichen Quellen zu entnehmen ist. An der Vorderseite eines aus Knochen geschnitzten * Reliefs ist bisweilen fast kein Unterschied zum Elfenbein feststellbar. Die Rückseite ("Markseite") des Knochens weist dagegen gewöhnlich eine porige Struktur auf und ist mit kleinen schwarzen Punkten durchsetzt.
A. MILET, Ivoires et Ivoiriers de Dieppe, Paris 1906.
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