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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Bergkristall , Kristall, reine, glasklare Form des Quarzes.

Der Bergkristall kristallisiert hexagonal (trapezoedrisch-tetartoedrisch). Bergkristall wurde früher als "versteinertes Eis aus den Bergen der Götter" angesehen. Fundstätten in Granit- und Gneismassiven, in denen sich große Kristalle befinden, heißen "Kristallkeller". Seit dem Altertum wird Bergkristall zur Herstellung von Schmuck (* Gemmen, Kreuze etc.) verwendet. Vor allem in der Renaissance wurden auch prunkvolle Gefäße aus Bergkristall geschliffen. Die * Fassungen der Gegenstände bestehen großteils aus Gold oder vergoldetem Silber und sind oft mit Emailverzierungen versehen. Während man in der Renaissance den Dekor im allgemeinen vertieft schnitt, wurde im Barock der * Hochschnitt bevorzugt. Ein bekannter Hersteller von * Intaglios war der ab 1520 in Rom tätige Gemmenschneider Valerio Belli (geb. 1460, Vicenza; gest. 1546, Rom). Seit der Erfindung des * Kristallglases verlor die Bergkristallschleiferei an Bedeutung. Bergkristall wurde auch statt einer Verglasung als Abdeckung verwendet, zum Schutz gemalter Darstellungen bei Schmuckstücken oder Medaillons. Da * facettiert geschliffene Steine oft als Diamantersatz dienten, hießen die Bergkristall im 19. Jh. auch "Böhmische Diamanten". Glasklarer Bergkristall war als * Talisman beliebt, er sollte Schlachtenglück bringen und gegen die "Alterstrübung der Augen" helfen. Wenn Gegenstände nicht die geringsten Einschlüsse oder Spannungsrisse aufweisen, handelt es sich oft nicht um Bergkristall, sondern um Glas. Die gelbe Varietät des Bergkristall heißt Zitrin. Bergkristall von rauchbrauner oder grauer Färbung wird * Rauchquarz genannt, fälschlich auch Rauchtopas. Die schwarze Abart bezeichnet man als Morion. Bergkristall-Kugeln (* Kühlkugeln) waren früher zur Kühlung der Hände beliebt. Haarfeine Einschlüsse im Bergkristall, oft aus Rutilnadeln bestehend, heißen * Venushaar.

E. V. STROHMER, Prunkgefäße aus B., Wien 1947; R. RYKART, B., Thun, München 1971; W. SCHUMANN, Edelsteine u. Schmucksteine, BLV Bestimmungsbuch, München, Wien, Zürich 1991.


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