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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Bernstein , von niederdeutsch bernen, "brennen" (engl. Amber).

Bezeichnung für * fossiles Harz der im Frühtertiär wachsenden Bernsteinkiefer (Pinus succanifer). Kugeln und Scheiben aus Bernstein wurden schon in vorgeschichtlicher Zeit als Schmuck getragen. Die Griechen nannten den Bernstein "elektron" und bezeichneten damit seine Eigenschaft, sich elektrisch aufzuladen und kleine Teilchen anzuziehen, wenn ein Stück Bernstein stark gerieben wird. Davon leitet sich die Bezeichnung Elektrizität ab. * Jet/* Gagat hat gleichfalls die Eigenheit, sich bei Reibung aufzuladen, und galt deshalb als schwarze Varietät des Bernsteins. Der früher bisweilen auch als * Agtstein bezeichnete Bernstein wurde sowohl geschnitzt als auch * gedrechselt. Er kommt in verschiedenen Variationen vor, von opak-weiß (so genannter "Knochenbernstein") über durchsichtig gelblich bis dunkelbraun und rot.

Eine der Hauptlagerstätten des  Bernstein ist der aus dem Oligozän stammende glaukonithaltige Sand des Ostseegrundes, die so genannte blaue Erde. Angeschwemmt findet man Bernstein u. a. an der Küste der Weichselmündung. Im Samland bei Königsberg (seit 1945 russ. Kaliningrad) wurde Ende 19. Jh. begonnen, Bernstein auch im Tagbau zu gewinnen. Zentren der Bernsteinverarbeitung waren seit dem 14. Jh. Brügge, Lübeck sowie Danzig und dann vor allem Königsberg. Hergestellt wurden u. a. Figuren und Figurengruppen, deren Gesichter und Hände oft aus knochenfarbigem Bernstein bestehen, weiters Messergriffe, aus Segmenten zusammengesetzte Gefäße und Kassetten, Auflagen und Einlagen von * Kabinetten, die oft mit fein durchbrochenen Elfenbeinreliefs kombiniert sind, usw.

Das prunkvollste Werk der Bernsteinverarbeitung war das so genannte Bernsteinzimmer (1701-63) im Schloss Zarskoje Seló (heute Puschkin) bei St. Petersburg, ein Geschenk des preußischen Königs. An den Schnitz- und Drechselarbeiten beteiligt waren u. a. Künstler aus Königsberg und Danzig sowie der Elfenbein- und Bernsteinschnitzer und Kunstdrechsler G. Wolffram. 1941 wurde das Bernsteinzimmer als Kriegsbeute nach Deutschland gebracht, gelangte vorübergehend ins Schloss Königsberg und gilt seit 1945 als verschollen. Für Schmuckstücke eignet sich besonders Bernstein mit Einschlüssen (* Inklusen).

G. C. WILLIAMSON, The Book of Amber, London 1932; A. ROHDE, B. Ein dt. Werkstoff, Berlin 1937; A. ROHDE, Das Bernsteinzimmer Friedrichs I. im Königsberger Schloss, in: Pantheon, Bd. XXX, XV. Jahrg. H. 8/9, 1942; R. v. BISMARCK, B. - Das Gold d. Nordens, Wanderndes Mus. Schleswig Holstein 3, 1972; G. REINEKING v. BOCK, B., Das Gold der Ostsee, München 1981; M. TRUSTED, Catalogue of European Ambers in the Victoria and Albert Museum 1985; G. LUDWIG, Sonnensteine. Eine Geschichte des Bernsteins, Berlin 1986.


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