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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Bezoar , der, Bezoarkugel, von persisch bâd-sahr, "Gegengift",

In der   Volksmedizin früher als "Stein wider alles Gift", "Gesundstein" und  "Magenstein" bezeichnet. Bezoar sind rundliche glatte oder rauhe, mehr oder weniger feste Objekte von unterschiedlicher Größe. Sie kommen im Verdauungstrakt von Wiederkäuern vor, insbesondere bei einer früher in Vorderasien und Griechenland weit verbreiteten Wildziegenart, der Bezoarziege.

Kleine * gefasste Bezoar waren als * Talisman gebräuchlich. Von Rudolf II. ist bekannt, dass er Bezoar "als Mittel gegen Melancholie" schätzte. Da die Nachfrage das Angebot bei weitem überstieg, versuchte man solche "Steine zur Erhaltung des Lebens"  aus zerriebenem * Bernstein usw. herzustellen. Namen für die  künstlichen Bezoar sind "Lapis de Goa" oder "Goa-Stein". Die so genannten "Gamskugeln" oder Gamsbezoare aus dem Magen von Gemsen sind nicht die gesuchten festen, glatten Magensteine, sondern verhärtete Haarkugeln. 

L. HANSMANN, L. KRISS-RETTENBECK, Amulett u. Talisman, München 1977.


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