Bischofsring , (lateinisch anulus pontificalis), goldener Ring, der dem geweihten Bischof vom Konsekrator an den Ringfinger der rechten Hand gesteckt wird.
Der Bischofsring ist Bestandteil der bischöflichen Amtstracht. Erstmals soll im 7. Jh. Isidor von Sevilla einen Bischofsring getragen haben. Im 9. Jh. wurden Bischofsringe im fränkischen Episkopat gebräuchlich, und seit dem 12. Jh. sind Fingerringe auch bei Äbten als Rangabzeichen üblich. Der * Ringkopf ist oft mit einem * Amethyst geschmückt. Die an das Veilchen erinnernde violette Farbe des Steins gilt als Zeichen der Demut. Aus dem 15./16. Jh. sind zur Gänze aus Gold bestehende Bischofsringe bekannt, in Anlehnung an den * Fischerring des Papstes. Außergewöhnlich sind z. B. zwei Ringe, die als * Ringplatte eine * Mikroschnitzerei aufweisen; sie befinden sich im Stift Seitenstetten.
Th. KLAUSER, Der Ursprung der bischöfl. Insignien u. Ehren-rechte, Krefeld 1953; St. KRENN, Äbtl. Repräsentation, in: Kat. Seitenstetten, Kunst u. Mönchtum an d. Wiege Österr., Bad Vöslau 1983, S. 252 ff.
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