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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Bischofsstab , Baculus pastoralis, Pastorale, Pedum, Virga,

Bezeichnung für das bei Pontifikalhandlungen und Gottesdiensten verwendete Zeichen bischöflicher Würde. Im Hinblick auf das Hirtenamt (* Johannes 21, 15 f.) wird der Bischofsstab auch als Hirtenstab bezeichnet und, der Ausführung des Oberteils entsprechend, als * Krümme. Seine Herkunft wird von dem italisch-etruskischen Hirtenstab abgeleitet, von dem auch der "lituus" abstammte, ein Stab mit gekrümmtem Oberteil, den die  römischen Auguren als Zeichen ihrer Würde trugen. Seit dem 4. Jh. war es den Bischöfen durch das "privilegium fori" Kaiser Konstantins erlaubt, als Zeichen geistlicher und weltlicher Rechtssprechung einen dem Augurenstab ähnlichen Stab zu tragen. Zu den frühesten Erwähnungen eines Baculus pastoralis zählt der Hirtenstab, den der Bischof von Canterbury dem Abt Theodor von Canterbury (602-609) verlieh. Auch in Spanien sind Bischofsstäbe seit dem 7. Jh. nachweisbar. Allgemein gebräuchlich als bischöfliche Würdezeichen wurden die Bischofsstäbe im 11. Jh. Im Gegensatz zum geschneckten Oberteil abendländischer Bischofsstäbe hat der Pontifikalstab der Ostkirche in Anlehnung an krückenartige Wander- und Pilgerstäbe die Form einer Krücke oder eines * Taustabs. Der Oberteil des Bischofstabes besteht für gewöhnlich aus vergoldetem Silber oder Kupfer, bei frühen Exemplaren auch aus Elfenbein oder Holz. Der meist hölzerne, etwa 150 cm lange Schaft ist bei alten Bischofsstäben nur selten im Original erhalten. Seit dem Mittelalter stand auch bevorrechteten Äbten der * Abtstab allgemein als Rangzeichen zu.

F. FOCKE, Szepter u. Krummstab, in FS für A. Fuchs, Paderborn 1950; Th. KLAUSER, Der Ursprung der bischöfl. Insignien und Ehrenrechte, Krefeld 1953; R. BAUERREIS, Abtstab u. B., in: Studien u. Mitt. zur Gesch. des Benediktinerordens 68, 1957; M. v. BARANY-OBERSCHALL, Baculus pastoralis, in: Zeitschr. f. Kunstwissensch. XII, 1958, S. 29; P. SALMON, Mitra und Stab .., Mainz 1960; A. J. PFIFFIG, Religio Etrusca, Graz 1975; P. WILLIAMSON, The Medieval Treasury, V & A Mus., London 1986.


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