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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
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Adam , vermutlich von hebräisch adama, "Erde", die Gott in der alttestamentarischen Schöpfungsgeschichte für die Erschaffung Adams, des ersten Menschen, verwendete.
Aus einer Rippe Adams formte der Herr sodann * Eva, das Weib Adams. Den * Apokryphen zufolge war Adam ursprünglich zweigeschlechtlich (* Hermaphrodit). Die Trennung des männlichen und weiblichen Elements erfolgte durch Gott zu einem späteren Zeitpunkt. Adam und Eva wurden aus dem * Paradies vertrieben, nachdem sie, entgegen der Weisung Gottes, einen Apfel vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten. Der so genannte erste Sündenfall, ausgelöst durch die Verführung des als Schlange personifizierten Bösen, ist ein in der Kunst häufig dargestelltes Motiv.
Auf Grund dieser Urschuld (Erbsünde) wurden die ersten Menschen auf Befehl Gottes durch den * Erzengel * Michael aus dem Paradies vertrieben und in die irdische Welt geleitet. Michael wird zumeist mit einem Flammenschwert wiedergegeben. In der Plastik findet man Adam und Eva gewöhnlich als * Pendantfiguren ausgeführt. Sie sind im allgemeinen nackt, bis auf ein die Scham verhüllendes Feigenblatt. Im Römerbrief des hl. Paulus (5, 12-15) wird Jesus als "neuer Adam" bezeichnet.
Laut apokryphen Schriften sollen durch das Erdbeben, das beim Tode Christi einsetzte, die Gebeine des "alten Adam" am Fuße des Kreuzes Christi zutage getreten sein. Der Schädel Adams findet sich deshalb in der christlichen Kunst häufig am Fuße von * Kruzifixen. Bei Holzkruzifixen ist er bisweilen aus Elfenbein geschnitzt. Die Apokryphen berichten, dass Noah durch seinen Sohn Sem und seinen Enkel Melchisedek die Gebeine Adams aus der Bestattungshöhle hatte holen und zum Mittelpunkt der Welt, nach * Golgatha, bringen lassen, um sie dort erneut zu begraben. Dabei soll sich die Erde von selbst in Form eines Kreuzes geöffnet haben.
J. KIRCHNER, Die Darstellung des ersten Menschenpaares in der bild. Kunst, Stuttgart 1903; J. FLEMMING, Die Ikonographie von A. und Eva in der Kunst vom 3. bis zum 13. Jh., Diss. Jena 1953.
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