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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Blutstein , * Hämatit, Iserin, Eisenglanz, Roteisenerz, Specularit,

Bezeichnung für grau- bis schwarzfarbiges Eisenoxid (Mohshärte 6,5; Dichte 5,2-5,3) mit faseriger, kristalliner Struktur. Geschliffen und poliert erhält der Blutstein einen spiegelnden, metallischen Glanz (lateinisch Specularit, "Spiegel"). Seinen Namen erhielt der Blutstein durch den Umstand, dass vom Stein abgefeiltes Pulver Flüssigkeiten rot färbt. Der Blutstein galt deshalb seit alters her als magischer Stein und wurde deshalb schon von den Ägyptern geschätzt. Orientalische * Rollsiegel und antike * Abraxas-Gemmen sind bisweilen in Blutstein geschnitten.

Im Mittelalter galt der Stein als Heilmittel gegen Blasen- und Nierenleiden. * Amulette aus Blutstein haben oft Vulva- oder Herzform und gehörten zur Ausrüstung der Hebammen und Ärzte. Im Glauben, damit Blutungen stillen zu können, gab man Wöchnerinnen Blutstein in die Hand und drückte sie Verletzten auf die Wunde. In alten Schriften sind in dem Zusammenhang übliche Beschwörungsformeln festgehalten: "Ich drück den Blutstein dir auf das Blut, damit es sofort stehen thut." Der Name Brünierstein weist auf die frühere Verwendung des Hämatits beim Brünieren, d. h. beim Glätten von Juwelierarbeiten hin.

In pulverisierter Form diente der Blutstein ferner als Poliermittel (Polierrot, Rouge). In Persien wurde natürlich vorkommendes rotes Eisenoxidpigment zum Rotfärben der Knüpffäden für Teppiche verwendet. Der Name dieser Erdfarbe ist deshalb "Persischrot". Der Umstand, dass der * Heliotrop im englischen Sprachraum "blood stone" heißt, führt dazu, dass häufig nicht mit Heliotrop oder * Blutjaspis, sondern mit Blutstein übersetzt wird und dadurch der Irrtum entsteht, es handle sich um Hämatit.

W. SCHUMANN, Edelsteine u. Schmucksteine, BLV Bestimmungsbuch,  München 1991.


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