Bozzetto (Mz. Bozzetti), ital., "Entwurf", "Skizze", "Modell",
Bezeichnung für ein kleines skizzenhaft ausgeführtes plastisches Modell, das als vorbereitender Entwurf für eine Figur oder eine großplastische Statue diente. Die Vorstellungen eines Auftraggebers wurden oft von einem * Visierer in Form eines Entwurfs, der * Visierung, zu Papier gebracht. Nach dieser Entwurfszeichnung erstellte der Bildhauer einen Bozzetto, um dem Auftraggeber Gelegenheit zu geben, Änderungswünsche geltend zu machen. Seit dem 15. Jh. haben auch Maler Bozzetti ("Tonskizzen") verwendet, z. B. Tintoretto (* Kastenkomposition). Sie dienten für Bewegungsstudien und um den Lichteinfall und die daraus resultierende Schattenbildung zu erproben. Auch von Michelangelo, P. Perugino und A. del Sarto ist bekannt, dass sie sich vollplastischer Modelle bedienten. Bozzetti bestehen aus leicht zu bearbeitendem Material, gewöhnlich aus Ton, Gips oder Wachs, seltener aus Holz. Oft lassen sie von der ursprünglichen Absicht des Künstlers mehr erkennen als das danach gefertigte Kunstobjekt. Die Heranziehung eines anderen Materials, als beim Bozzetto verwendet, ferner eine oft erforderliche Vergrößerung des Entwurfs sowie etwaige vom Auftraggeber gewünschte Änderungen etc. verfälschen häufig die primären Intentionen des Künstlers. Im 19. Jh. war statt Bozzetto im deutschen Sprachraum auch der französische Ausdruck "Makette" gebräuchlich.
A. E. BRINCKMANN, Barock-Bozzetti, 4 Bde., Frankfurt/M., Berlin 1923/25; E. KRIS, Bozzetti u. Modelletti der Spätrenaissance u. des Barock, Wien 1936/37; L. M. FUSCO, The Use of Sculptural Models by Painters in Fifteenth Century Italy, in: The Art Bulletin 64, 1982.
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