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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Adonis , griechisch, von semitisch adon, "Herr", ab dem 19. Jahrhundert poetischer Inbegriff für einen schönen Mann.

Vorbild war ein wunderschöner Jüngling namens Adonis, Sohn des Stadtkönigs Kinyras von Paphos auf Zypern und dessen Tochter * Myrrha, die sich unsterblich in den eigenen Vater verliebt hatte. Die Amme Myrrhas half ihr, dass sie im Dunkeln das Lager mit ihrem Vater teilen konnte. In der zweiten Nacht wurde die junge Frau von dem König festgehalten, zum Licht gezerrt und erkannt. Entsetzt über die Blutschande, wollte Kinyras seine Tochter töten, sie konnte jedoch entfliehen. Die Götter erhörten ihr Flehen und verwandelten sie in einen Myrrhenstrauch, weil sie aus Scham weder unter den Lebenden noch bei den Toten weilen wollte. Das Kind Adonis wuchs im Stamm heran und wurde mit Hilfe der Geburtsgöttin * Lucina durch Aufsprengen der Rinde geboren.

Als * Aphrodite den schönen Knaben küsste, ritzte sie sich an einem der Pfeile ihres Sohnes * Eros, der sich dazwischengedrängt hatte, wodurch sie in Liebe zu Adonis entbrannte. Sie übergab den kleinen Adonis der Unterweltsgöttin * Persephone zur Erziehung. Als Jüngling wurde er dann der Geliebte Aphrodites. Nachdem ihm ein mit dem Jagdspieß verwundeter Keiler (Tier der Unterwelt) die Hauer in die Leisten gerammt hatte, verwandelte Aphrodite das ausströmende Blut in rote Anemonen und bat Persephone um sein Leben. Da aber auch die Göttin der Unterwelt an Adonis Gefallen gefunden hatte, entschied * Zeus, dass der schöne Jüngling ein Drittel des Jahres bei Aphrodite, ein Drittel bei Persephone und das letzte Drittel nach seiner Wahl verbringen sollte.

Adonis entschied sich für Aphrodite und die Oberwelt. Der Wechsel von Oberwelt und Unterwelt wird beim Adonis-Kult mit dem Vegetationszyklus in Zusammenhang gebracht und mit Fruchtbarkeitsriten gefeiert. Adonis wurde zum Symbol für die jährlich vergehende und wiederkehrende Vegetation und war Mittelpunkt des ekstatisch gefeierten Frühjahrs sowie des Trauerkults am Ende der Wachstumsperiode. Ähnliche mit den Jahreszeiten in Verbindung stehende Feste wurden auch zu Ehren des Gottes * Dionysos abgehalten.

R. v. RANKE-GRAVES, Griechische Mythologie, Reinbek bei Hamburg 1989.


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