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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Cheiron , Chiron, * Kentaur, Sohn der Okeanidentochter * Philyra und des Titanen * Kronos.

Als Kronos Philyra verführte, wurden die Liebenden von * Rhea, der Schwestergemahlin des Kronos, überrascht. Kronos verwandelte sich daraufhin in einen Hengst und sprengte davon. Durch den Eindruck der Pferdegestalt gebar Philyra das Mischwesen Cheiron. Vom Namen seiner Mutter Philyra abgeleitet wird Cheiron bisweilen auch als "Philyride" bezeichnet. Im Gegensatz zu den anderen * Kentauren war Cheiron nicht triebhaft unbeherrscht, sondern freundlich und weise. Er war der Lehrer von * Achill und * Asklepios. Während Achill von Cheiron besonders in der Kunst des Bogenschießens und der Jagd unterwiesen wurde, lernte Asklepios von ihm die Heilkunst. Cheiron galt auch als Meister des Leierspiels. Er war als einziger der Kentauren unsterblich. Als er sich an einem der vergifteten Pfeile des * Herakles verletzte, den er einem seiner Gefährten entfernt hatte, litt er unsägliche Schmerzen, ohne aber sterben zu können. Er verzichtete deshalb zugunsten des Titanen * Prometheus auf seine Unsterblichkeit und wurde von Zeus unter die Sterne versetzt.

W. R. DAWSON, Chiron the Centaur, in: Journal of the History of Medicine and allied Sciences 4, 1949.


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