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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Chippendale-Stil , engl. Möbelstil Mitte 18. Jh., benannt nach dem englischen Kunsttischler Thomas Chippendale (1718-1779).

In den 1730er Jahren ging der in Yorkshire als Sohn eines Zimmermanns geborene Chippendale nach London. Nach seiner Ausbildung zum Kunsttischler eröffnete er 1749 einen eigenen Betrieb in Court Conduit in Long Acre. 1753 übersiedelte er in die St. Martin's Lane in London, wo er bis 1766 Partner von James Rannie war. Bei seinen Arbeiten verband Chippendale sehr geschickt den Rokoko-Dekor mit gotischen und chinesischen Formen. Der Chippendale-Stil wird bisweilen als "English-Rococo" bezeichnet. Für die Herstellung seiner Möbel bevorzugte Chippendale * Mahagoni, das vor allem durch die * Westindische Kompanie nach Europa gelangte.

Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die Sitzmöbel Chippendales. Sie sind bequem und weniger ausgefallen, als seine aus dem Jahr 1754 stammende Vorbildersammlung "The Gentleman and Cabinet Maker's Director" vermuten lässt (Neuauflagen 1755 und 1762). Für den Chippendale-Stil typisch sind reiche * Durchbruchsarbeiten, insbesondere an den Rückenlehnen der Sessel. Die Gestaltungsweise wurde durch das harte Mahagoniholz möglich, das auch für Ajourarbeiten die nötige Festigkeit bietet. Beliebt waren * Settees in der Form zweier mit den Sitzflächen vereinten Stühle. Die Beine der Möbel sind häufig als * Cabriole leg gestaltet. Besonders beliebt waren in chinesischem Stil ausgeführte Möbel mit Gitterwerk bzw. Blendgitterwerk, Pagodendächern (auf Kästen) und schönen Lackarbeiten.

Heute werden bisweilen auch Ausführungen im * Sheraton-Stil als Chippendale-Möbel bezeichnet. Die Epoche, in der Thomas Chippendale tätig war, wird in England als * Mid Georgian Style genannt. Zu den Spezialitäten Chippendales zählte es, die gesamte Einrichtung großer Landsitze und Stadtpalais herzustellen. Er wurde mit Aufträgen so überhäuft, dass er sich gezwungen sah, Rohmöbel aus Frankreich zu importieren und diese nur fertigzustellen bzw. von anderen Kunsttischlern fertigstellen zu lassen. 1771 wurde Thomas Haig Partner Chippendales und führte mit dessen Sohn den Betrieb unter dem Firmennamen Chippendale-Haig bis 1805 weiter; der Stil dieser Zeit wird * Late Georgian Style genannt.

K. W. CLOUSTON, The Chippendale Period in English Furniture, London 1897, dt. v. Ellwood 1911; I. M. BELL, Chippendale, Sheraton and Hepplewhite, London 1900; J. LOWE, Möbel von Th. Chippendale, in: Wohnkunst u. Hausrat einst und jetzt 15, Darmstadt 1955; J. KENWORTHY-BROWNE, Chippendale and his contemporaries, London 1973; A. FEULNER, Kunstgesch. des Möbels, Propyläen Kunstgesch. NF, Berlin, Sonderbd. 1980; Ch. GILBERT, The life and work of Th. Chippendale, 2 Bde., London 1983.


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