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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Christophorus , hl., griech., "Christusträger".

Der Heilige zählt zu den vierzehn * Nothelfern. Er soll 250 n. Chr. unter Kaiser Decius als * Märtyrer hingerichtet worden sein. 450-452 wurde in Chalkedon die erste Kirche für Christophorus gebaut. In den "Acta Bartholomaei" (5. Jh.) wird berichtet, dass Christophorus ein Gehilfe des Märtyrers Bartholomäus war. Die Christusträgerlegende ist seit dem 12. Jh. nachweisbar. Christophorus soll eigentlich Reprobus (lat., "der Verfluchte") geheißen haben und ein kynokephaler (hundsköpfiger) Kanaaniter von riesenhaftem Wuchs gewesen sein. Sein tierisches Wesen soll er später durch die Taufe verloren haben. Auf * Ikonen wird Christophorus oft hundsköpfig dargestellt, manchmal auch mit Pferde- oder Schweinekopf. Er war auf der Suche nach dem mächtigsten Herrscher der Welt und diente zuerst einem König. Als Reprobus bemerkte, dass der König sich bekreuzigte, nachdem jemand den Namen des Teufels ausgesprochen hatte, suchte er den Teufel, fand ihn in Gestalt eines furchterregenden Ritters und schloss sich ihm an. Eines Tages kamen sie an einem Kreuz vorbei. Als der Kanaaniter sah, dass der Teufel das Kreuz scheute und ihm in einem großen Bogen auswich, verließ er ihn und suchte Christus, von dem man ihm berichtet hatte. Ein Eremit wies ihn an, Pilger über einen Fluss zu tragen und auf diese Weise Christus zu dienen. Reprobus baute sich am Ufer eine Hütte, nahm einen Baumstamm als Stütze und brachte die ankommenden Fremden über den Fluss. Eines Tages trug er einen kleinen Knaben auf seinen Schultern, der mit jedem Schritt an Gewicht zunahm, so dass Reprobus zu ertrinken fürchtete. Da erkannte er, dass er den Herrn trug. Er wurde von Jesus auf den Namen Christophorus., "Christusträger", getauft, und der als Stütze verwendete Baumstamm begann zu grünen. Christophorus gilt als * Patron der Reisenden, Pilger, Fuhrleute und Schiffer sowie seit etwa 1900 auch der Kraftfahrer. Menschen, die sich unter seinen Schutz stellen, sollen gegen den "gähen" (jähen) Tod gefeit sein. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde der Name Christophorus 1969 aus der Liste der * kanonischen Heiligen im "Calendarium Romanum" gestrichen, was seine Popularität aber nicht verringert hat. Der hl. Christophorus, das Jesuskind auf den Schultern, ist eines der bekanntesten Motive der christlichen Kunst.

H.-F. ROSENFELD, Der Heilige C. Seine Verehrung und seine Legende. Eine Untersuchung zur Kultgeographie und Legendenbildung des MA, in: Acta Academiae Aboensis humaniora 10.3, Turku 1937; W. LOESCHKE, Neue Studien zur Darstellung des tierköpfigen C., in: Erste Studien-Slg. 3, Recklinghausen 1965; B. HAHN-WOERNLE, C. in der Schweiz. Seine Verehrung in bildlichen und kultischen Zeugnissen, Diss. Zürich, Basel 1972; F. WERNER, C., in: Lex. der christl. Ikonographie 5, 1973, Sp. 496-508; G. BENKER, C. Patron der Schiffer, Fuhrleute und Kraftfahrer. Legende, Verehrung, Symbol, München 1975.


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