Chrysographie , von griechisch chrysos, "Gold", und graphein, "schreiben",
Bezeichnung für eine mit Goldtinktur geschriebene oder gemalte Handschrift, wobei mit Eiklar vermengtes * Pudergold (Goldstaub) bzw. Goldchlorid Verwendung fand. Die Technik der Chrysographie wurde anfänglich vor allem in der byzantinischen Kunst und seit karolingischer Zeit auch im Westen angewendet. Bei einigen Handschriften bestehen nur die * Initialen aus Goldtinktur, andere sind zur Gänze in Goldschrift geschrieben. Zu den bekanntesten Chrysographien zählt der um 870 im Auftrag Karls des Kahlen von den Mönchen Liuthard und Berengar im Regensburger Kloster Sankt Emmeram im Stil der * Reimser Schule gestaltete * Codex Aureus (Goldener Kodex), ein Evangeliar, das heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt ist. (Die Bezeichnung Goldener Kodex wird auch für Handschriften verwendet, deren Einbanddeckel in Goldschmiedearbeit hergestellt sind.)
H. ROOSEN-RUNGE, Farbgebung und Technik in der frühmittelalterl. Buchmalerei, 2 Bde., München, Berlin 1967.
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