Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Codex Aureus , (Mz. Codices Aurei), lateinisch, "goldenes Buch",

Bezeichnung für eine Anzahl mittelalterlicher Pergamenthandschriften, die entweder unter Verwendung von Goldtinktur geschrieben sind oder einen Bucheinband aufweisen, für dessen Herstellung Goldblech verwendet wurde. Häufig Erwähnung findet ein um 870 im Auftrag Karls d. Kahlen (823-877) von den Brüdern Liuthard und Berengar geschaffenes, aus 126 Blatt bestehendes * Evangeliar. Es wurde in Goldschrift (* Chrysographie) geschrieben und mit Malereien im Format 41 x 31 cm verziert.

Dieser Codex Aureus enthält 12 Kanontafeln, 10 reich verzierte * Incipit- und Initialseiten, 4 Evangelistenbilder und 3 Miniaturen (Anbetung des Lammes, * Majestas Domini sowie ein Bildnis Karls des Kahlen). Besonders prunkvoll ausgeführt ist auch der zum Teil aus Goldblech bestehende und mit Treibarbeiten verzierte Einbanddeckel. Um 893 gelangte das Evangeliar in das Kloster St. Emmeram in Regensburg, vermutlich als Geschenk Kaiser Arnulfs. Im Zuge der * Säkularisierung kam es dann 1811 in den Besitz der Bayrischen Staatsbibliothek in München (vgl. * Schule von St.-Denis).

Neben diesem Codex Aureus besonders bekannt sind ferner das so genannte Lorscher Evangeliar, eine auch Codex Aureus Laureshamensis genannte Handschrift aus der Zeit um 810-814, die der * Hofschule Karls d. Gr. zugerechnet wird. Durch Teilung befinden sich Teile der Handschrift sowie die großen aus Elfenbein geschnitzten Einbandtafeln in verschiedenen Museen. Zu den Codex Aureus gezählt wird auch ein um 750 in Canterbury entstandenes, auf Purpurpergament geschriebenes Evangeliar, das in der Könglichen Bibliothek in Stockholm aufbewahrt wird.

Eine als Codex Aureus Epternacensis bezeichnete Handschrift, deren um 1030 angesetzte Datierung umstritten ist, befindet sich im Germanischen National Museum, Nürnberg. Zu den Codices Aureus gehört ferner ein um 1045-46 für Kaiser Heinrich III. (1039-56) verfertigtes Evangeliar, das Codex Aureus Escorialensis oder Evangelienbuch Heinrichs III. genannt wird und sich in der Real Biblioteca del Monasterio de El Escorial in Madrid befindet. Bekannt als Codex Aureus ist ferner das vor 883 im Kloster St. Gallen entstandene so genannte * Psalterium Aureum in der Stiftsbibliothek von St. Gallen.

R. RAHN, Das Psalterium aureum von Sankt Gallen, Sankt Gallen 1878; A. BOECKLER, Das goldene Evangelienbuch Heinrichs III., Berlin 1933; C. NORDENFALK, A note on the Stockholm C., in: Nordisk tidskrift for bok- och biblioteksväsen 38, 1951; K. OETTINGER, Der Elfenbeinschnitzer des Echternacher C. und die Skulptur unter Heinrich III., in: Jahrb. der Berliner Mus., Berlin, NF 2, 1960; E. VERHEYEN, Das Goldene Evangelienbuch von Echternach, München 1963; W. BRAUNFELS (Hg.), Das Lorscher Evangeliar, 2 Bde., München 1967; P. GICHTEL, Der C. von St. Emmeram. Die Restaurierung des Cod. lat. 14.000 der Bayer. Staatsbibliothek, München 1980; Das Goldene Evangelienbuch von Echternach = C. Epternacensis. Faksimile-Bd., Kommentar-Bd. von R. Kahsnitz u. a., Frankfurt/M., Stuttgart 1982.


<< Codex Codex Egberti >>


Der Kunstbegriff des Tages per E-Mail!
Auf Wunsch senden wir Ihnen regelmäßig einen Begriff aus dem Kunstlexikon
per E-Mail zu. Zur Anmeldung »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Henri Matisse >

Konrad Alexa... >



Aktuelle Objekte:

Domenico Fia... >

JOSEPH ANTON... >