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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Colourfield Painting , englisch, "Farbfeld-Malerei",

Bisweilen wird auch von * Nachmalerischer Abstraktion bzw. von Post-painterly-abstraction gesprochen.

Bezeichnung für eine Mitte der 1950er Jahre entstandene abstrakte Kunstrichtung, deren Wirkung auf zum Teil sehr großflächigen homogenen Farbfeldern, scheinbar ohne kompositionellen Aufbau, beruht. Den Terminus Colourfield Painting verwendete erstmals der Kritiker Clement Greenberg in seinem in der "Partisan Review" erschienenen Aufsatz "Malerei auf Amerikanisch", in dem er auf die Malweise von Künstlern wie B. Newman, A. Reinhardt, M. Rothko und C. Still einging. Diese Strömung wurde vor allem von amerikanischen Malern vertreten, war aber auch in Europa präsent. Zu den Initiatoren zählt Helen Frankenthaler mit ihrer Methode, ungrundierte Leinwand mit dünnflüssiger Farbe einzufärben, wodurch * Bildträger und Farbe eins werden. Die Farbfeld-Maler wandten sich gegen * Action Painting sowie * Informel und waren bestrebt, durch sorgsam ausgewählte Farbtöne eine elementare Farbwirkung sowie eine optische Illusion von Farbräumen zu erzielen. Mark Rothko trug beispielsweise viele Farbschichten als * Lasuren auf, so dass man beim Betrachten seiner Bilder vermeint, geheimnisvolle Tiefen zu erschauen.

Wesentlich für die Wirkung des Colourfield Painting sind die großen Formate der Bilder, viele von ihnen laden zur Meditation ein. Barnett Newman erwähnte 1948 in einem Essay für "Tiger's Eye" das englische Wort "sublime" (großartig, gewaltig, grandios), das zu einem Modewort für Colourfield Painting wurde. Charakteristisch für die Colourfield Paintings ist ein 1967 entstandenes 544 x 245 cm großes Ölbild von B. Newman mit dem Titel "Who's afraid of red, yellow and blue III ?" (Wer fürchtet sich vor Rot, Gelb und Blau III?). Die ganze Bildfläche ist in leuchtendem Rot bemalt, mit Ausnahme eines scharf abgegrenzten schmalen blauen Streifens am linken und eines nur halb so breiten scharf abgegrenzten gelben Streifens am rechten Rand. Wenn die Farbfelder hart voneinander getrennt sind, wird von * Hard Edge gesprochen. Andere Bilder vermitteln den Eindruck, die Farben würden über den Rand der Leinwand hinausfließen. Neben den bereits erwähnten Malern zählen zu den Vertretern dieser Strömung A. Gottlieb, E. Kelly, M. Louis, K. Noland, J. Olitski und F. Stella. Sowohl Maler des * Action-Painting wie des Colourfield Painting präsentierten ihre Werke in der Galerie Peggy Guggenheims in New York, die 1942 begann, "Art of this Century" auszustellen. Durch die Colourfield Paintings wurden auch * Pop Art und * Minimal Art beeinflusst.

Formen der Farbe, Kat. Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 1966; B. KERBER, Amerik. Kunst seit 1945, Stuttgart 1971; D. HONISCH, J. Ch. JENSEN (Hg.), Amerik. Kunst von 1945 bis heute, Köln 1976; H. RICHTER, Gesch. der Malerei im 20. Jh., DuMont, Köln 1993.


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