Agnus Dei , lateinisch, "Lamm Gottes", ältestes Symbol für Jesus, in Anlehnung an Textstellen im Alten Testament (Jesaia 53,7) und im Neuen Testament (Johannes 1, 29, und Offenbarung des Johannes, vgl. * Apokalypse).
In der christlichen Kunst wird der Sohn Gottes seit dem 4. Jh. symbolisch als Opferlamm dargestellt, oft zusammen mit einem Kreuz, später auch mit einer * Kreuzfahne. Ab dem Mittelalter ließen die Päpste zunächst im ersten sowie in jedem siebenten Jahr ihres Pontifikats, später dann jährlich aus den Resten der geweihten * Osterkerze zuerst runde, in der Folge meist ovale "Agnus-Dei-Medaillons" gießen. Diese Wachsreliefs weisen auf dem * Avers das Gotteslamm, als * Umschrift oft den Text "ECCE AGNUS DEI QUI TOLLIT PECCATA MUNDI" (dies ist das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt) und den Papstnamen auf. Der * Revers ist häufig mit dem Bild eines Heiligen versehen. Die Wachssakramentalien wurden als Zeichen besonderer Gunst in eigens dafür aus Leder angefertigten Agnus-Dei-Kapseln überreicht und galten als * Phylakterien. Wegen ihrer großen Wertschätzung stellte man Agnus-Dei-Medaillons in späterer Zeit auch außerhalb Roms her. Sie wurden oft in silbernen Kapseln als * Amulette verwendet oder wie eine * Reliquie in eigenen * Ostensorien aufbewahrt.
A. FRANZ, Die kirchlichen Benediktionen im Mittelalter, Freiburg i. Br. 1907; F. MEINECKE, Das Symbol des apokalyptischen Christuslammes, Diss. Straßburg 1908; C. K. BARBETT, The Lamb of God, in: New Testament Studies 1, 1955/56; F. NIKOLASCH, Das Lamm als Christussymbol ..., Wien 1963; B. ROTHEMUND, Barocke Klosterarbeiten, Autenried 1982, S. 24 f.; U. PFISTERMEISTER, Wachs, Volkskunst u. Brauch, Ein Buch f. Sammler u. Liebhaber alter Dinge, Bd. 2, Nürnberg 1983, S. 194 f.; A. LEGNER (Hg.), Reliquien, Verehrung u. Verklärung, ..., Köln 1989, S. 154 f.
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