Crux gemmata , lat., "Gemmenkreuz",
Bezeichnung für ein mit * Juwelen besetztes Kreuz. Früher wurden sowohl vertieft ausgeführte als auch als Relief gestaltete Steinschnitte * Gemmen genannt. Im Mittelalter war es üblich, Herrscherkronen, * Reliquienschreine und wertvolle Kreuze aus Edelmetall u. a. auch mit antiken Steinschnitten zu schmücken und diese verallgemeinernd als Gemmen zu bezeichnen. Nach heutiger Auffassung handelt es sich bei erhaben ausgeführten * glyptischen Arbeiten um Kameen und nur bei den vertieften Steinschnitten um Gemmen. Der Tradition nach sandte beispielsweise Kaiser Konstantin ein juwelenbesetztes Kreuz nach Jerusalem. In der Crux gemmata verschmilzt der spätrömische kaiserliche Triumphalgedanke mit dem christlichen Siegeszeichen. Gemmenkreuze sind ab dem 6. Jh. erhalten (Kreuz Justinus II., Vatikan), darunter karolingisch und ottonische, wie z. B. das vom Anfang des 11. Jh. stammende Reichskreuz (Kunsthistorisches Museum Wien, Weltliche u. Geistliche Schatzkammer). Viele der später als Zierat für Kreuze etc. verwendeten geschnittenen * Schmucksteine gelangten zur Zeit der * Kreuzzüge nach Europa, vor allem nach der Eroberung Konstantinopels (1204) im 4. Kreuzzug.
Ch. MEIER, Gemma spiritualis. Methode u. Gebrauch der Edelsteinallegorese vom frühen Christentum bis zum 18. Jh., München 1977; Weltl. u. Geistl. Schatzkammer, Kat. d. Kunsthist. Mus. Wien, Wien 1987, S. 155-159; Th. JÜLICH, Gemmenkreuze, in: Aachener Kunstblätter 54/55, 1987, S. 99-258.
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