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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Damaststahl , Damaszenerstahl. Die Herstellung von Damaststahl beruht auf der gemeinsamen Verarbeitung von verschiedenen Stahl- und Eisensorten, die in Form von Vierkantstäben und Drähten unterschiedlicher Stärke in mehreren Arbeitsgängen verdrillt, d. h. gegeneinander verwunden, im Feuer verschweißt, ausgehämmert und nach Zusammenrollen, schraubenförmigem Verwinden und Verschweißen erneut ausgehämmert wurden.

Man wollte damit die Härte des Stahls mit der Biegsamkeit des Eisens verbinden und dadurch eine größere Zähigkeit erzielen. Nach Fertigstellung eines Objektes aus Damaststahl und einer Behandlung desselben mit einer schwachen Säure erscheint an der Oberfläche eine äderig geflammte Zeichnung. Das bei der Fertigung verwendete sehr harte Material widerstand der Säure und blieb dunkel, weicheres dagegen wurde hell. Nach der auf diese Weise entstandenen Musterung spricht man von Banddamast, Rosendamast, Wellendamast oder Mosaikdamast. Geflammte Strukturen bezeichnet man auch als * Moiré-Effekt. Das Verfahren wurde erstmals im 11. Jh. von Klingenschmieden in Indien und später vor allem in Damaskus für Klingen (Damaszenerklingen) und dann auch für Gewehrläufe (Damastläufe) angewendet.

Bei guten Flinten waren Läufe aus Damaststahl dann im 18./19. Jh. allgemein gebräuchlich und wurden u. a. auch in Deutschland, England, Frankreich, Österreich und Spanien hergestellt. Die alten Flinten mit schön gemusterten Läufen aus Damaststahl sind zum Teil heute noch funktionsfähig. Sie dürfen jedoch nur mit Schwarzpulverpatronen geladen werden, nicht aber mit den heute üblichen Nitropulver-Patronen. Um die Waffen trotzdem verwenden zu können, wurden manche mit Einsatzläufen ausgerüstet.

P. POST, D., in: Reallex. zur dt. Kunstgesch. Bd. III, Stuttgart 1937 ff.; M. SACHSE, Damaszener Stahl. Mythos, Gesch., Technik, Anwendung, Düsseldorf 1993.


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