Danielschnalle , Bezeichnung für durchbrochene und gravierte Gürtelschnallen aus gegossener Bronze, wie sie im 7. Jh. von christlichen Kriegern als * Apotropäum bevorzugt und vor allem im Gebiet des alten Burgunderreiches, d. h. in der Westschweiz, in der Bourgogne und in Savoyen gefunden wurden.
Dargestellt ist der von zwei Löwen flankierte * Prophet Daniel. Manchmal weisen die Schnallen den Schriftzug "Daniel profeta" auf. Das Motiv soll auf byzantinische Vorbilder zurückgehen, die Darstellung einer von zwei Tieren flankierten Person (* Tierbezwinger) war aber schon den Sumerern bekannt.
H. KÜHN, Die D. der Völkerwanderungszeit, in: Jahrb. für prähistor. u. ethnographische Kunst 15/16, 1941/42; H. KÜHN, Die Lebensbaum- u. Beterschnallen der Völkerwanderungszeit, in: Jahrb. f. prähist. u. ethnograph. Kunst, Berlin 1949-53; P. H. FEIST, Aus der Gesch. des Tierbezwingermotivs, in: Wissenschaftl. Zeitschr. d. Humboldt-Univ. Berlin, Gesellschaftl. Sprachwiss. Reihe, Jahrg. 9, 1959/60.
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