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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Delfter Fayencen , Bezeichnung für die in Delft (nahe Den Haag) seit Ende 16. Jh. hergestellten Tonwaren mit bemalter Zinnglasur.

Die Delfter Waren sind ein Spiegelbild der Geschichte der niederländischen * Fayencen. 1512 gelangte die italienische Fayencetechnologie durch Guido di Savino in die damaligen Niederlande. Der Keramiker ließ sich in Antwerpen nieder und nannte sich dort Guido Andries. Im Bemühen, das durch die Niederländisch-Ostindische Kompanie 1602 erstmals importierte chinesische Porzellan zu imitieren, dekorierte man die Keramikwaren seit 1630 fast nur noch in Blau. Mit Hilfe einer zusätzlichen Bleiglasur erlangte die so genannte Delfter Ware große Ähnlichkeit mit Porzellan. Mit dem Ende der Ming-Zeit in China wurde hauptsächlich aus Japan importiert und in Holland ab 1664 die bunte Aufglasurmalerei eingeführt. Die Japanmode währte bis ca. 1725.

Es folgten Keramiken, für die buntes chinesisches und * Meißener Porzellan als Vorbilder dienten. Aus dieser Zeit stammen viele * Chinoiserien. Beliebt war auch der so genannten * Kaschmirdekor. Die Blütezeit der Delfter Fayencen war von 1670 bis 1770. Durch den massiven Konkurrenzdruck des billigeren engl. * Steinguts erlitt die Fayenceherstellung danach die erste starke Umsatzeinbuße. Vor allem * Wedgwood überflutete den intern. Markt mit seinen Produkten. Zum Niedergang der Delfter Fayencen trugen auch die sich in ganz Europa etablierenden Porzellanmanufakturen bei. Von den über 30 Delfter Fayence-Erzeugern waren 1794 nur noch zehn Betriebe übrig geblieben. Ein weiterer Rückgang erfolgte nach der * Weltausstellung in London 1851. Im Zuge dieser Schau der Superlative knüpften engl. Erzeuger von Keramikwaren Verbindungen in der ganzen Welt. Seit 1854 gab es in Delft nur noch "De porceleyne Fles", die letzte und einzige Erzeugungsstätte der Delfter Fayencen Das Spektrum der in Delft produzierten Objekte ist fast unerschöpflich, neben Kacheln und Fliesen, Geschirr, Vasen und Dosen wurden neben Figuren auch ausgefallene Ziergegenstände hergestellt, etwa Fiedeln mit eingebautem Spielwerk etc.

J. JUSTICE, Dictionnaire des marques et monogrammes de la faïence de Delft, Gent 1915; F. W. HUDIG, D., Berlin 1929; C. H. de JONGE, Delfter Keramik, Tübingen 1969; J. MATUSZ, D., Stuttgart, 1977; H. P. FOUREST, Delftware. Faience Productions at Delft, London 1980; H. P. FOUREST, D., Fribourg 1980; H. P. FOUREST, D., Stuttgart 1981.


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