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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Demeter , Deo, Tochter des * Titanen * Kronos und seiner Schwestergemahlin * Rhea.

Demeter war die Mutter der Zeustochter * Persephone und die griechische Göttin der Fruchtbarkeit und des Wachstums, besonders des Ackerbaus und des Getreides; zeitweise galt sie auch als Gesetzesstifterin (Demeter Thesmophoros) und Beschützerin der Ehe. (In manchen Gebieten führten Priesterinnen der Demeter Jungfrauen und Jünglinge in die Liebe ein.)

Sie wird auch den so genannten * chthonischen Göttern zugerechnet. Als Göttin des Getreides führte Demeter den Beinamen * Chloë und wurde der römischen Göttin * Ceres gleichgesetzt. Die Attribute Demeters sind ein von Schlangen gezogener Wagen und Getreideähren. Oft findet man die Göttin auch mit einer Fackel dargestellt, die sie während der neuntägigen Suche nach ihrer Tochter Persephone am Feuer des Ätna entzündet haben soll. Zur Zeit der Aussaat fanden zu Ehren Demeters die "Thesmophorien" statt, an denen ähnlich wie bei den dionysischen * Bacchanalien nur Frauen teilnehmen durften. Demeter und ihre Tochter Persephone wurden alljährlich in Eleusis (nordwestlich von Athen) mit geheimen Kulthandlungen und Prozessionen geehrt, den so genannten "Eleusinischen Mysterien". Der Ursprung dieser Feiern geht auf Feste zu Ehren vorgriechischer Unterwelts- und Vegetationsgöttinnen zurück.

* Hades, der Herrscher des Totenreichs, entführte Persephone und machte sie zu seiner Frau. Er war von einem Pfeil des Liebesgottes * Eros getroffen worden, während er Persephone beim Pflücken von Blumen beobachtete. Nachdem Demeter ihre Tochter lange vergeblich gesucht hatte (s. unter * Abbas), verriet ihr der Sonnengott deren Aufenthaltsort. Da Demeter aus Gram nun keine Saaten mehr sprießen ließ, trug * Zeus dem Götterboten * Hermes auf, Persephone auf die Erde zurückzubringen. Beim Abschied schenkte Hades seiner Frau einen * Granatapfel, durch dessen Liebeskraft sie für immer an ihn gebunden wurde. Zeus entschied, dass Persephone die Vegetationsperiode auf der Erde und die stille Zeit des Jahres, nach der Ernte, bei ihrem Gemahl im Totenreich verbringen solle. Eine Sage berichtet, dass * Triptolemos, ein Günstling der Vegetationsgöttin Demeter, in deren Auftrag die Menschen den Anbau von Getreide und Feldfrüchten gelehrt haben soll.

H. KRAUSS, E. UTHEMANN, Was Bilder erzählen. Die klass. Gesch. aus Antike u. Christentum in d. abendländ. Malerei, München 1988.


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