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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Deutscher Orden , Deutschherrenorden, Deutschritterorden, Deutscher Ritterorden, Kreuzritterorden, Orden der Ritter des Hospitals St. Marien der Deutschen zu Jerusalem, Marianerorden, neben dem * Johanniter- und dem * Templerorden der bedeutendste Ritterorden des Mittelalters.

Zurückgeführt wird der Deutsche Orden auf eine 1190 während der Belagerung von Akko durch Bürger von Bremen und Lübeck gestiftete Hospitalgenossenschaft, die 1198/99 in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt und von Papst Innozenz III. mit der * Bulle vom 19. Februar 1199 bestätigt wurde. Außer den drei Mönchsgelübden übernahmen die Mitglieder des Deutschen Ordens wie die Templer die Verpflichtung zum Kampf gegen die "Heiden" und erhielten als Ordenszeichen einen weißen Mantel mit schwarzem Kreuz.

Anfänglich kämpften die dem Deutschen Orden angehörenden Ritter vornehmlich gegen die Nichtchristen im Heiligen Land. Während der * Kreuzzüge war Qalat al-Qarain die Hauptburg des Deutschen Ordens. Die heute als "Ruine Montfort" bezeichneten Überreste der Festung befinden sich im Grenzgebiet Israels zum Libanon. Politische Bedeutung erlangte der Deutsche Orden bereits unter dem Hochmeister Hermann v. Salza (1210-25), zu dessen Amtszeit der Deutsche Orden das siebenbürgische Burzenland als ungarisches Lehen hatte. Er gründete dort Kronstadt.

1226 rief Herzog Konrad von Masowien den Deutschen Orden gegen die heidnischen Pruzzen (Preußen) zu Hilfe und übereignete ihm dafür das Culmerland, von wo aus der Deutsche Orden bis 1283 ganz Preußen unterwarf und durch die Ansiedlung deutscher Bauern sowie zahlreiche Städtegründungen die Basis für den Deutschordensstaat schuf. Nachdem 1291 Akkon durch die Mohammedaner erobert worden war, erfolgte die Verlegung des Sitzes des Hochmeisters nach Venedig, 1309 nach Marienburg (Malbork) und 1466 nach Königsberg (Kalinigrad). 1237, durch die Vereinigung mit dem Schwertbrüderorden, beherrschte der Deutsche Orden auch Livland und Kurland. Durch Grenzkriege erfolgten zahlreiche Gebietsgewinne, 1308 Pomerellen mit Danzig, 1346 das dänische Estland, 1398 Gotland, 1402 die Neumark etc.

Der auf Lebenszeit gewählte Hochmeister des Deutschen Ordens war nicht Reichsfürst, aber reichszugehörig. Ihm zur Seite standen fünf Gebietiger, ihm untergeordnet waren der Landverweser für Livland und der Deutschmeister für die zwölf innerdeutschen Balleien. Die Bezirksverwaltungen unterstanden Komturen. Durch den vor allem im Ostseeraum groß angelegten Handel mit Getreide, Holz, Bernstein usw. häufte der Deutsche Orden Kunstschätze und Reichtümer an, zog sich deshalb aber die Feindschaft des Landadels und der Städte zu. Sichtbares Zeichen der Wohlhabenheit des Deutschen Ordens waren besonders die schönen in * Backsteingotik errichteten * Ordensburgen in Preußen, die Zentren für Künstler und Kunsthandwerker bildeten (Bildhauer, Kunstschmiede, Glasmaler etc.).

Die Übermacht des 1386 vereinigten Polen-Litauen führte 1410 zur Niederlage des Deutschen Ordens bei Tannenberg und zum ersten Thorner Frieden. 1454 begann der "Dreizehnjährige Krieg", den der Deutsche Orden gegen den Landadel, die Städte und gegen Polen führte und durch den Pommerellen, das Culmerland, Marienburg, Danzig-Elbing und Ermland polnisch wurden und das übrige Preußen 1466 im zweiten Thorner Frieden die Oberlehnshoheit des Polenkönigs anerkennen musste. 1525 verwandelte Markgraf Albrecht von Brandenburg, der letzte Hochmeister, den preußischen Ordensstaat in ein protestantisches Herzogtum. Der Deutsche Orden selbst bestand zu der Zeit aus zerstreuten Besitzungen in der Pfalz, im Elsass, in Franken, Thüringen und Schwaben, mit Ordenssitz in Mergentheim. 1530 verlieh Kaiser Karl V. dem katholisch gebliebenen Ordensmeister die Hochmeisterwürde (Deutschmeister). 1809 hob Napoleon den Deutschen Orden im außerösterreichisch deutschen Raum auf. 1834 erneuerte Franz I. den Deutschen Orden in Österreich als katholische Adelsgemeinschaft. Mit Ausnahme der Zeit von 1938-45 gehört der Deutsche Orden seit 1929 zu den klerikalen Bettelorden.

STEINBRECHT, Die Baukunst des dt. Ritterordens in Preußen, 2 Bde., Berlin 1885-88; H. NEU, G. JUNGBLUTH, Zur Gesch. des D., Köln 1969.


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