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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Deutscher Werkbund , (DW, DWB), 1907 in München gegründete Vereinigung mit dem Ziel, Bauwesen, Bildende Kunst, Kunsthandwerk, Gewerbe und später auch die Industrie in ihren Tätigkeiten aufeinander abzustimmen, um Bauten, Möbel und Gebrauchsgegenstände zeitgemäß, funktionell und schön zu gestalten.

Der Grundgedanke geht auf den Londonaufenthalt 1896-1906 des Architekten Hermann Muthesius und dessen dreibändiges Werk "Das englische Haus" zurück. Anders als die englische * Arts-and-crafts-Bewegung, deren Gedankengut Muthesius vertrat, waren die meisten Mitglieder des DWB auch mit einer maschinellen Fertigung einverstanden, was der Bewegung 1914 letztlich auch zum entscheidenden Durchbruch verhalf (Kontroverse H. Van de * Velde - H. Muthesius). Erst die Anerkennung des DWB durch die Industrie, gefolgt von Aufträgen für Fabriksgebäude und Wohnhäuser für Mitarbeiter, gewährleistete die Entfaltung des DWB auf breiter Basis.

In gewissem Sinne initiatorisch für den DWB wirkte bereits die 1906 stattgefundene Dritte Kunstgewerbeausstellung in Dresden, wo maßgebliche Künstler und Kunsthandwerker mit ihren Arbeiten vertreten waren. Die Wegbereiter des DWB waren vor allem H. Muthesius, F. Naumann und K. Schmidt. Insgesamt waren 12 Künstler und 12 Betriebe, Kunsthandwerk und Industrie repräsentierend, an der Gründung des DWB beteiligt. Zu den wichtigsten Mitgliedern des DWB zählten, neben den bereits Genannten, Peter Behrens (der 1907 künstlerischer Beirat der AEG-Werke wurde), Th. Fischer, J. Hoffmann, W. Kreis, M. Laeuger, F. Naumann, J. M. Olbrich, K. E. Osthaus, B. Paul, R. Riemerschmid, F. Schumacher und H. Van de Velde. Zu den dem DWB angeschlossenen Betrieben gehörten: Vereinigte Werkstätten für Kunst und Kunsthandwerk, München; Silberwarenfabrik P. Bruckmann & Söhne, Heilbronn; Kunstdruckerei Künstlerbund, Karlsruhe; Verlag Eugen Diederichs, Jena, u. a.

Bis 1915 zählte der DWB fast 2000 Mitglieder. Verbreitet wurde das Gedankengut des DWB in Flugschriften, durch die "Mitteilungen des DWB" (1915-19), durch Jahrbücher (1912-1916/17), durch die Zeitschrift "Die Form" (1926-34) und durch die Zeitschrift "Werk und Zeit" (seit 1952) sowie durch die Jahrbuchreihe "Werkbundarchiv" (ab 1972). Seit 1910 beteiligte sich der DWB an internationalen Kunstgewerbeausstellungen und begann 1914 mit der DWB-Ausstellung in Köln mit eigenen Ausstellungen, von denen "Form ohne Ornament" (Berlin 1924), "Die Wohnung" (Stuttgart-Weißenhof 1927), "Wohnung und Werkraum" (Breslau 1929), "Das vorbildliche Serienerzeugnis" (Hannover 1930), "Gemeinschaftsräume im Wohnhaus" (Paris 1930), "Der billige Gebrauchsgegenstand" (Berlin 1931) und "Wohnbedarf" (Stuttgart 1932) zum Teil großen Erfolg hatten.

Unter dem Einfluss des DWB kam es auch in Österreich und 1913 in der Schweiz zur Gründung von Werkbünden. Vergleichbare Gruppierungen wurden 1915 in England (Design and Industries Association), 1916 in Frankreich (Comité Centrale des Arts Appliqués) und 1927 in den USA ins Leben gerufen. Alle diese nationalen Vereinigungen waren auch Mitglieder des DWB. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten (1933) wurde der DWB aufgelöst. Die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1947, mit dem Generalsekretariat in Darmstadt. Noch im selben Jahr fand eine Werkbund-Tagung in Rheydt statt.

E. HAASE, Zur Ideologiefunktion der ästhet. Produkt- u. Umweltgestaltung, dargestellt an der Arbeit des DWB, 1907-14, Diss. Berlin 1970; Zwischen Kunst und Industrie. Der DWB, Kat., München 1975; L. BURCKHARDT, Der Werkbund in Dtl., Österr. und der Schweiz. Form ohne Ornament, Stuttgart 1978; K. JUNGHANNS, Der DWB. Sein erstes Jahrzehnt, Berlin 1982; Die DWB-Ausst. Cöln 1914, Kat., Köln 1984; E. SIEPMANN, Packeis u. Preßglas. Von der Kunstgewerbebewegung zum DWB, Gießen 1987; O. HOFFMANN (Hg.), Der DWB, Kat., Berlin 1987.


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