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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Diptychon , (Mz. Diptychen), griechisch, "doppelt (gefaltet)",

1) in der Antike verwendetes Schreibtäfelchen, bestehend aus zwei hochrechteckigen, an einer Seite mit Schnüren oder Riemen zusammengebundenen Täfelchen aus Holz, Metall oder Elfenbein. Von den aus Stoßzahnmaterial gefertigten Exemplaren sind mehrere Dutzend erhalten, die vor allem den römischen Konsuln als offizielle Geschenke dienten. Ihre Außenseiten sind meist reich beschnitzt. Die ausgenommenen Innenflächen waren mit Wachs beschichtet, um darin mit Griffeln schreiben zu können. Durch Abziehen und Glattstreichen des Wachses war es möglich, das Geschriebene wieder zu löschen. Mit Königsgelb (* Auripigment) erzielte man eine Gelbfärbung und die gewünschte Konsistenz des Wachses. Von den erhaltenen antiken Diptychen können die so genannten * Konsulardiptychen fast alle genau datiert werden. Im Mittelalter waren Diptychen besonders bei den so genannten Gebetsverbrüderungen gebräuchlich, um darin die Namen von Lebenden und Verstorbenen festzuhalten, für die gebetet wurde.

2) Zweiflügelige beschnitzte oder bemalte, mit Scharnieren verbundene (Altar-)Tafeln. Dreitafelige Ausführungen heißen * Triptychon und mehrtafelige * Polyptychon.

Lit.1): R. DELBRÜCK, Die Konsulardiptychen, in: Studien zur spätantiken Kunstgesch., Bd. 2, Berlin 1929; C. TEUBER-WECKERSDORFF, Das D. als kunsthist. Problem, Diss., Innsbruck 1956; W. F. VOLBACH, K.-A. WIRTH, D., in: Reallex. zur dt. Kunstgesch., Bd. IV, Stuttgart 1958. Lit. 2): W. KERMER, Studien zum D. in der sakralen Malerei, Düsseldorf 1967.


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