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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Directoire , das, französisch klassizistischer Kunst- und Modestil, benannt nach dem Direktorium, der Regierungsform zur Zeit der Französischen Revolution.

Die Revolutionsregierung begann 1795 mit dem Sturz Robespierres und währte bis zum Staatsstreich Napoleons I. 1799, d. h. das Directoire war angesiedelt zwischen dem * Louis-seize und dem * Consulat bzw. dem nachfolgenden * Empire. Etwas verspätet beeinflusste das Directoire u. a. auch die deutsche Mode, etwa von 1800 bis in das zweite Jahrzehnt des 19. Jh. Von den wenigen im Stil des Directoire ausgeführten Bauwerken sind die Reste der Rue des Colonnes in Paris zu nennen, wobei die untersetzt wirkenden massiven Pfeiler der Bauten besonders auffallen. Anders als in der vorrevolutionären Zeit ist das Directoire eine geradlinigere, einfachere und allgemein auf Ausgewogenheit ausgerichtete Form des * Klassizismus. Das Directoire ist durch weiße Flächen charakterisiert, die sparsam mit antikischer Ornamentik in Gold verziert wurden, wobei zum Teil Wandmalereien aus * Pompeji und * Herculaneum als Vorbild dienten. Als Motive wurden republikanische Symbole wie das Liktorenbündel (* Faszes) bevorzugt.

Durch seine Schlichtheit, d. h. den Versuch, einer der Hauptforderungen der Französischen Revolution, der "Egalité" (Gleichheit für alle), gerecht zu werden, steht der Stil in krassem Gegensatz zu der vorangegangenen Prachtentfaltung des Barock und des Rokoko. Der Style Directoire verkörpert die Abneigung des republikanischen Bürgertums gegen die mit üppigem Zierat auf herrschaftlichen Luxus ausgerichteten Prunkstile. Durch den starken Einfluss griechischer Formen sprach man vor allem im Zusammenhang mit der Damenmode von eine "mode à la grecque" (griech. Mode). Auch die Kleidung war vom Gedanken der Vereinheitlichung geprägt. Die häufig mit * Mäander-Ornamenten eingesäumten Kleider und Stoffe waren viel schlichter als im Rokoko. Zum Unterschied von der früher üblichen Korsage wurde die Taille nicht mehr geschnürt, sondern die aus leichten Stoffen gefertigten Kleider waren unterhalb des Dekolletés gegürtet und fielen dann glatt hemdartig bis zu den Knöcheln hinab (* Chemise-Schnitt) oder liefen in einer Schleppe aus (Schleppenkleid). Die * Accessoires bestanden häufig aus Elfenbein (Kämme, Einbände von Notizbüchern, Sonnenschirmgriffe, Fächer usw.). Die aus England übernommene Männermode bestand im Directoire aus hoher Halsbinde, eng anliegender Jacke und weiter Hose. Das Directoire wurde vom * Empire abgelöst, wobei die Zeit von 1799-1804, in der Napoleon I. Konsul war, in Frankreich meist als * Consulat bezeichnet wird.

F. BENOIT, L'Art français sous la Révolution et l'Empire, Paris 1897, Nachdruck Genf 1975; E. HESSLING, Meubles D., Paris 1914; J. F. WITTKOPP, Die Welt des Empire: D., Empire, Klassizismus, München 1968.


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