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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Dose , von griechisch dosis, "Menge", "Arzneigabe", kleiner Behälter.

Das Wort Dose bezieht sich möglicherweise darauf, dass seit alter Zeit Apotheker und Wundärzte Arzneigaben in Dosen aufbewahrten und in kleinformatigen Dosen auch an Patienten ausfolgten. Meist entspricht bei solchen Behältern die Breite etwa der doppelten Höhe, obwohl vor allem runde Dosen und solche mit quadratischer Grundfläche auch ausgesprochen hoch sein können, etwa Kaffeedosen, Tabaksdosen etc. (vgl. auch * Pyxis). Der Deckel der Dosen ist entweder zum Aufstecken (als so genannter Stülpdeckel) ausgeführt oder mittels eines Scharniers am Dosenkörper angebracht. Häufig sind Dosen nur für einen Zweck bestimmt, z. B. Tabaksdosen und die als * Bonbonnièren bezeichneten Konfektdosen. In Vergessenheit geraten ist heute die Verwendung der zumeist aufwendig ausgeführten Dosen für Schönheitspflästerchen. Zumeist wurde dafür auch im deutschen Raum die französische Bezeichnung * Boite à mouches (Fliegendose) gebraucht, abgeleitet von französisch * "Mouches" (Fliegen) für Schönheitspflästerchen. Künstlerisch ausgeführte Dosen bestehen häufig aus getriebenem Kupfer (vgl. * Herrengrunder Dosen), graviertem * Kupfer oder Messing (vgl. * Iserlohner Tabaksdosen), aus emailliertem und bemaltem Kupfer bzw. Porzellan, aus * Schildpatt (das mit * Piqué verziert ist), aus * Pietra dura bzw. * Mikromosaik, aus gelacktem und bemaltem * Papiermaché (vgl. * Stobwasser) oder aus beschnitztem bzw. * kunstgedrehtem Elfenbein (manchmal ist Elfenbein auch in * Shibayama-Technik verziert). Vor allem im 17./18. Jh. dienten wertvolle Dosen als Geschenke für verdiente Persönlichkeiten, als Gunstbezeugung anstelle einer Geldzuwendung. So verschenkten und sammelten u. a. König Ludwig XIV. von Frankreich sowie Friedrich d. Gr. von Preußen vor allem aus Gold oder edlen Steinen gefertigte Dosen. Es war nicht vorgesehen, dass diese Präsente "in Ehren gehalten" wurden. Die so Beschenkten brachten sie oft umgehend zum Goldschmied und ließen sich den Gegenwert in Geld auszahlen. Die Technik, eine rahmenartige Fassung aus Edelmetall herzustellen und darin die aus * Schmucksteinen oder geschliffenem Glas bestehenden Dosen-Wandungen einzusetzen, wurde im 18./19. Jh. als * à cage gefertigt oder als À-cage-Montage bezeichnet.

P. SEIDEL, Zur Gesch. der Kunst unter Friedrich d. Gr. Die Prunkd. Friedrichs d. Gr., in: Hohenzollern-Jahrb. 4, 1901; M. v. BOEHN, Das Beiwerk d. Mode, München 1928; B. BEAUCAMP-MARKOWSKY, Porzelland. des 18. Jh., München 1985; R. STEISKAL-PAUR, H. RUPP (Hg.), Snuff Boxes oder Von der Sehnsucht der lüsternen Nase, Kat. zur Sonderausst. d. Österr. Tabakmus., Wien 1990/91; C. TRUMAN, The Gilbert Collection of Gold Boxes, Los Angeles County Mus. of Art, Los Angeles 1991.


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