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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Drache , von griechisch drakon, "furchtbar Blickender",

Ein in der religiösen und profanen Vorstellungswelt vieler Völker existierendes großes, todbringendes, mit Schuppen bedecktes Reptil, in deutschen Sagen auch * Lindwurm bzw. Tatzelwurm genannt.

Bei frühen Darstellungen ist der Drache meist schlangenartig und oft mehrköpfig wiedergegeben, seit dem Spätmittelalter eher echsenförmig, oft mit Fledermausflügeln und feurigem Atem. Alte Drachen-Darstellungen sind Sauriern oft erstaunlich ähnlich, als ob es ein Urwissen von der Existenz dieser prähistorischen Tiere geben würde. Im Alten Testament wurden der Drache und der * Leviathan genannte * Meerdrache (neben * Aspis, * Basilisk und manchmal auch Löwe) als Verkörperungen des Bösen bezeichnet. Maria wird oft mit einem Fuß auf dem Schlangendrachen stehend dargestellt (* Immaculata).

In der byzantinischen Kunst ist der Eingang zum * Limbus, der Vorhölle, oft als Drachenmaul gestaltet (* Höllenfahrt Christi). Den die * apokalyptische Frau und ihr Kind bedrohenden Drachen besiegt in der * Apokalypse der * hl. Michael. Der zweite Drachentöter in der christlichen Kunst ist der * hl. Georg. Während der * Erzengel Michael in der abendländische Kunst im Allgemeinen zu Fuß kämpfend dargestellt ist, wird der hl. Georg im Allgemeinen hoch zu Ross wiedergegeben. Nicht als Drachentöter scheint in der Kunst der Prophet * Daniel auf, der einen von den Babyloniern wie einen Gott verehrten Drachen mit * Erdpech sowie Haaren fütterte und dadurch tötete. Die Mythologie berichtet von dem meist schlangenartig dargestellten Drachen als Wächter der goldenen Äpfel der * Hesperiden (* Ladon), als Wächter des Orakels von Delphi (* Python), als vielköpfige * Hydra und, im nordischen Sagenkreis, als Fafner, der, in einen Drachen verwandelt, den Schatz der * Nibelungen bewacht und von Siegfried getötet wird. Im Gegensatz zu Europa gilt der Drache (Lung) in China als glücksbringendes Wesen, das Regen spendet und ein Symbol der Fruchtbarkeit, der Nacht und der Himmelsrichtungen ist. Ein fünfklauiger Drache war das Sinnbild der chinesischen Kaiser und Erbprinzen. Entferntere Verwandte des Kaiserhauses hatten einen vierkralligen Drachen als * Emblem. Tatsu, der Drache der Japaner, hat nur drei Klauen. Er ist das 5. Zeichen des japanischen Tierkreises (* Junishi) und gehört zu den beliebten * Netsuke-Motiven.

M. W. de VISSER, The Dragon in China and Japan, Amsterdam 1913; W. BÖLSCHE, D., Stuttgart 1929; W. LANGE, Der D.kampf, Diss. München 1939; H. SCHADE, Dämonen u. Monstren. Gestaltung d. Bösen in d. Kunst d. frühen MA, Recklinghausen 1962; S. GIET, La Bête et le Dragon de l'Apocalypse d'après des images anciennes, in: Revue du Moyen Âge latin 21, 1969; M. BURKOLTER-TRACHSEL, Der D.: das Symbol und der Mensch, Diss. Basel 1981.


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