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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Drehen und Drechseln , spanabhebende Tätigkeiten unter Verwendung einer * Drehbank und mit Hilfe von Dreh- oder Schneidstählen.

Zwischen Drehen und Drechseln wird erst seit dem 19. Jh. unterschieden, vorher wurde nahezu immer gedrechselt, aber seit dem 15. Jh. nur von Drehen gesprochen. Das Grundgerät, die Drehbank, kann beim Drehen und Drechseln dasselbe sein. Der Unterschied der beiden Tätigkeiten liegt in den Dreh- oder Schneidstählen und in der Art ihrer Anwendung. Beim Drechseln werden die langen, mit einem Handgriff versehenen Schneidstähle von Hand aus an das in der Drehbank eingespannte, um seine Achse rotierende Werkstück herangeführt und dieses in spanabhebender Tätigkeit geformt. Im Gegensatz dazu haben die beim Drehen verwendeten kurzen Schneidstähle keinen Handgriff, sondern im Allgemeinen einen Vierkant, mit dem sie im "Support" der Drehbank fixiert sind und an das um seine Achse rotierende Werkstück herangeführt werden. Da beim Drechseln die Handhabung des Schneidstahls freihändig erfolgt, wird zur Abstützung meist eine T-förmige Auflage verwendet, an deren Querbalken der Drechsler zur Ruhigstellung den Griff des Schneidstahls abstützt. Beim Drechseln kann durch steileres oder flacheres Halten des Schneidstahls jederzeit der Winkel verändert werden, unter dem die Schneide auf das Werkstück trifft. Anders als beim Drehen, wo in erster Linie das Profil der Schneide des Drehstahls formgebend wirkt, kann beim Drechseln durch Variieren des Winkels, unter dem der Dreh- oder Schneidstahl an das Werkstück gehalten wird, die Fassonierung laufend beeinflusst werden. Selbst die alten Vitrinenstücke mit * passigen Formen wurden nicht gedreht, sondern gedrechselt. Dagegen sind alte, auf speziellen Drehbänken gestaltete Reliefs, etwa Porträtmedaillen, Wappen, Darstellungen von * Passionswerkzeugen und Schriftzüge nicht gedrechselt, sondern eigentlich gedreht, weil man den Dreh- oder Schneidstahl zur besseren Führung in der Drehbank fixierte. Das jeweilige Motiv oder der Schriftzug wurde mittels des so genannten Anlaufs von einem vertieft geschnittenen Modell (der * Patrone) abgetastet und auf das in der Drehbank um seine Achse rotierende Werkstück als erhöhtes Relief übertragen. Da nur wenige solche speziellen Drehbänke besaßen und über das nötige technische Wissen der Fertigung verfügten, wurden auf diese Weise hergestellte Objekte früher als Kunststücke bezeichnet. Sie sind heute nur noch als seltene Museumsstücke zu finden. Vgl. * Porträt, kunstgedrehtes.

J. M. TEUBER, Vollständiger Unterricht von der gemeinen und höheren Dreh-Kunst, Regensburg, Wien 1756, Reprint: Verlag Th. Schäfer GmbH, Hannover 1983; E. HANAUSEK, Die Technologie der Drechslerkunst, Wien 1884; F. SPANNAGEL, Das Drechsler Werk, Ravensburg 1940, Reprint: Th. Schäfer GmbH, Hannover 1981; K. MAURICE, Der drechselnde Souverän, Zürich 1985.


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