Dreinagelkruzifix , Dreinageltypus, Kreuz, an das Jesus mit drei Nägeln angenagelt ist.
Bis zur Gotik wurde der so genannte * Viernageltypus wiedergegeben, d. h. die Hände und die nebeneinander befindlichen Füße sind, meist unter Verwendung eines Abstützbretts, mit je einem Nagel befestigt. Danach wurde das Dreinagelkruzifix üblich. In dem 1217 entstandenen * Psalter des Landgrafen Hermann I. von Thüringen (Landesbibliothek, Stuttgart) ist sowohl der Viernageltypus als auch der Dreinageltypus abgebildet. Als erste datierte Darstellung des Dreingalekruzifixes, bei dem die Beine übereinandergelegt mit nur einem Nagel ans Kreuz geschlagen sind, gilt das Kreuzigungsrelief von Tirlemont aus dem Jahr 1149. Zur Verbreitung dieser Version hat zweifelsohne das so genannte "Turiner Grabtuch" beigetragen, das bis 1989 als das Grabtuch Christi angesehen wurde und bei dem die Verwendung von drei Nägeln ersichtlich ist. Das Dreinagelkruzifix weist meist kein Stützbrett für die Füße auf. (* Kruzifix).
M. ENGELS, Die Kreuzigung Christi in d. bild. Kunst. Eine ikonograph. u. kunstkritische Studie, Luxemburg 1899; H. PAULUS, Zur Ikonographie des Gekreuzigten im MA, Diss. Erlangen 1948; S. v. TWICKEL, Die Darstellung des Kruzifixus in anatomischer Betrachtung, Diss. München 1951.
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