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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Akademie , griechisch akademia, "Kunstschule", "Gelehrtenschule".

Die Bezeichnung wird von der in der Antike am Kephissos in der Nähe Athens liegenden Region abgeleitet, in der ein dem griechischen Heros Akademos geweihter Hain lag. Das Wäldchen bildete einen Treffpunkt von Philosophen, Künstlern und Gelehrten. Als erste Akademie gilt die philosophisch ausgerichtete Akademie * Platons. Sie wurde von diesem 387 v. Chr. gegründet und bestand bis 529 n. Chr. Als Versammlungsort für die Schüler diente das nach Akademos benannte Gymnasium in Athen.

Heute heißen vor allem Kunstschulen und Vereinigungen von Gelehrten Akademie Die moderne Bedeutung des Begriffs Akademie entwickelte sich im 15. Jh. in Italien. Die dort gegründeten Akademie sollten die Kunsterziehung gewährleisten, das Ansehen der Bildenden Künstler heben und ein Diskussionsforum bilden, betreffend die Prinzipien der Kunst. Eine der ersten der als Akademie bezeichneten Kunstschulen war die von Leonardo da Vinci 1494 in Mailand gegründete "Accademia Vinciana". Die erste Akademie mit festen Richtlinien, die "Accademia di San Luca", entstand 1577 in Rom (Satzungen seit 1599). Ihrem Beispiel folgend, führten später manche Akademie den Namen Luca oder St. * Lukas.

Großen Einfluss auf die Kunst in Europa nahm u. a. auch die Pariser Kunstakademie, die auf eine Initiative von Charles * Le Brun zurückgeht. Die Akademie anerkannten primär Herrscherporträts und Werke, die nach antiken Vorbildern und nach mythologischen Themen geschaffen worden waren. Darstellungen von vermeintlich unwichtigen Dingen, wie z. B. * Stillleben, * Landschaftsmalereien usw., wurden nicht geschätzt. Dieser Intoleranz wirkten im 19. Jh. u. a. die * Nazarener und die in verschiedenen * Salons ausstellenden Künstler entgegen, d. h. die Rolle der Akademie als Schiedsgericht wurde in Frage gestellt.

Th. B. HESS, J. ASHBERY, Five centuries of grandeur and misery, London 1971; P. PEVSNER, Die Gesch. der Kunstakademien, München 1985.


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