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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Early English , englisch, "frühes Englisch",

Bezeichnung für die Frühstufe der englischen Gotik (1175-1250/70), die sich stilistisch an der zeitgleichen nordfranzösischen Gotik orientierte. Anders, als in der Gotik sonst üblich, fehlt im Early English die Überbetonung des "Vertikalismus" in der Architektur. Das für den englischen Kirchenbau charakteristische Planungsschema mit Erdgeschoss-Arkaden, Emporen und der Fensterzone wurde noch beibehalten.

Begonnen hat die Entwicklung des gotischen Stils in England 1175 nach einem Brand des Chors der Kathedrale von Canterbury mit der Neuanlage des * Chors durch den französischen Baumeister Wilhelm v. Sens, dessen Arbeiten 1178 von Wilhelm dem Engländer weitergeführt wurden. Zu den Bauten, an denen die Entwicklung zur englischen Gotik ablesbar ist, zählen weiters die Kathedralen von Wells und Salisbury und, als Höhepunkt des Early English, die um 1259 fertiggestellten ältesten Teile der Westminster Abbey. Der Rundbogen wurde im Early English durch den * Spitzbogen verdrängt, und es setzte sich zunehmend die Rippenwölbung durch. Typisch für den Early Englisch sind schmale hohe Fenster ohne Mittelstrebe. Als Baumaterial verwendet (vor allem für * Dienste) wurde häufig der dunkle Marmor von der Halbinsel Purbeck (Purbeck-Marmor). Der Early English folgte dem * anglo-normannischen Stil, der noch von der Romanik geprägt war, und wurde seinerseits um 1250/70 vom so genannten * Decorated Style und in weiterer Folge vom * Perpendicular Style abgelöst.

F. BOND, Gothic Architecture in England, London 1905; M. HÜRLIMANN, P. MEYER, Engl. Kathedralen, Zürich 1948; P. BRIEGER, English art 1216-1307, Oxford 1957; H. BRAUN, English abbeys, London 1971.


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