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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Akanthus , in der Kunst häufig verwendetes Blattmotiv.

Den Zierat soll Ende des 5. Jahrhunderts vor Christi erstmals der griechische Architekt und Bildhauer Kallimachos bei * Kapitellen der * korinthischen Säulenordnung angewendet haben, inspiriert von den schön gefächerten Büscheln gezackter Blätter des Bärenklau, einer Distelart (Acanthus mollis).

Andere Quellen datieren das Dekorelement in das 4. Jh. v. Chr. und sehen darin eine Abwandlung des * Palmetten-Ornaments. Der Akanthus findet sich als Verzierung von Gefäßen etc. und als stilisiertes Flächenornament auch in der röm. Gebrauchskunst. Mit dem Unterschied, dass die Blätter an der Spitze stärker eingerollt gestaltet wurden als in der Antike, tauchte das Akanthusblattmotiv in der karolingischen Kunst wieder auf. Im byzantinischen und romanischen Stil waren die Akanthusformen dann etwas steifer. Die Spätgotik kennt bizarre, langgestreckte stilisierte Formen, wogegen die Renaissance wieder zur antiken Gestalt des Akanthusmotivs zurückkehrte. Der Akanthus bildete auch im Barock, im Klassizismus und im Empire einen wesentlichen Bestandteil der Verzierungen.

  F. KEMPTER, A., Die Entstehung eines Ornamentmotivs, Berlin 1934; H. WICHMANN, Die Ornamentfibel, München 1977; D. CREMER, A. - Bild und Botschaft. Zu einem österlichen Sinnbild an der Laacher Abteikirche, in: E. von Severus (Hg.), Ecclesia Lacensis, FS Maria Laach, Münster 1993, S. 14-56.


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