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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Ecclesia , lateinisch, (griechisch ekklesia), "Versammlung", "Gemeinde",

Im alten Griechenland die gesetzmäßig einberufene Versammlung der freien Bürger in den griechischen Stadtstaaten. Später Bezeichnung für religiöse Versammlungen; im Alten Testament Bezeichnung für die jüdische Glaubensgemeinde. Im Neuen Testament (Brief an die Epheser 5, 22-33) wurde die christliche Kirche mit einer Frau verglichen und die Kirche als Braut Christi auf späteren Darstellungen durch Ecclesia personifiziert (Titelbild, Psalter von Ebrach, um 1200, Universitätsbibl. München, Manuskript qu. 24). In der christlichen Kunst ist Ecclesia oft sinnbildhaft für das Neue Testament in Gestalt einer Frau dargestellt. Auf frühen Werken, z. B. karolingische Buchmalereien des 9. Jh., werden Ecclesia und * Synagoge oft gemeinsam am Rande von Kreuzigungsszenen in Form kleiner Frauenfiguren wiedergegeben, Ecclesia für gewöhnlich als Siegerin mit Krone, * Kreuzfahne und Kelch, in dem sie das Blut Christi auffängt, die das Alte Testament repräsentierende Synagoge dagegen als Verliererin, mit verbundenen Augen, der die Gesetzestafeln aus den Händen gleiten.

Ecclesia wird als "Erfüllerin" bezeichnet, Synagoge dagegen als "Vorbereiterin". Seit etwa 1220 treten Ecclesia und Synagoge auch als selbständige Motive in Erscheinung, z. B. die vollplastischen Figuren am Straßburger Münster (um 1235). Auf manchen Darstellungen ist gemeinsam mit Ecclesia der Lanzenträger * Longinus zu sehen, da dieser nach Auffassung des Augustinus den Geburtsakt der Ecclesia einleitete. Diese Vorstellung beruht u. a. auf Kommentaren zum * Hohenlied, nach denen etwa von Honorius Augustodunensis (ca. Ende 11. Jh. bis Mitte 12. Jh.) die Meinung vertreten wird, dass die für Ecclesia geltenden Merkmale auf Maria und von dieser wieder auf Ecclesia übertragen werden können. Durch solche spekulativen Überlegungen entstand die Vorstellung von der Geburt der Ecclesia aus der Lanzenstichwunde Christi.

A. RADATZ, Die Entstehung des Motivs "Ecclesia und Synagoge". Geschichtl. Hintergründe u. Deutung, Diss. Berlin 1959; A. RADATZ, Zur Entstehung des Motivs "Ecclesia u. Synagoge", in: Kunst und Kirche 23, 1960; A. MAYER, Das Bild d. Kirche. Hauptmotive der E. im Wandel d. abendländ. Kunst, Recklinghausen 1962; H. RAHNER, Symbole der Kirche, Salzburg 1964; H. u. F. MÖBIUS, E. ornata, Berlin 1974; F. OHLY, Synagoge und E. Typologisches in mittelalterl. Dichtung, in: Schriften zur mittelalterl. Bedeutungsforschung, Darmstadt 1977; H. LIEBENSCHÜTZ, Synagoge und E., Heidelberg 1983; K. GAMBER, Maria, E.: die Gottesmutter im theolog. Verständnis und in den Bildern der frühen Kirche, Regensburg 1987.


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