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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Echternacher Malerschule , Echternach-Gruppe, neben Köln, Regensburg, Reichenau und Trier die wichtigste Klostermalerschule des ottonischen Reiches.

Die Echternacher Malerschule löste die * Reichenauer Schule als Hofwerkstatt ab. Das in Luxemburg gelegene Kloster Echternach wurde 696/98 durch den hl. Willibrord gegründet. Den Höhepunkt in der buchkünstlerischen Tätigkeit erlangte die Echternacher Malerschule unter Abt Humbert (1028-1051) während der Regierungszeit Kaiser Heinrichs III. (1039-1056), einem Förderer des Klosters. Das um 1050 entstandene großformatige Echternacher * Evangeliar, der so genannte * Codex Aureus Epternacensis (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg) wird heute oft auch nach Trier lokalisiert. Der 44,0 x 30,5 cm große Codex ist durch die effektvolle Verschmelzung von Ornament und Schrift gekennzeichnet. Neben den kräftigen Farben Rot, Grün und Blau wurde viel * Goldtinktur verwendet. Die * Illuminationen bestehen u. a. aus einer frontalen Christusdarstellung (* Majestas Domini), den vier * Evangelisten, Szenen aus dem Neuen Testament, aufwendig gestalteten * Initialen und Ornamentverzierungen. Der Codex ist eines der eindrucksvollsten Zeugnisse mittelalterlicher Initialenkunst. Obwohl die Illuminationen der byzantinischen * Ikonographie folgen, erinnern sie auch an Arbeiten des * Gregormeisters sowie an Werke, die aus der karolingischen * Schule von Tours stammen. Der Bucheinband besteht aus getriebenem Goldblech, das mit den * Evangelistensymbolen, Maria und Petrus sowie mit Darstellungen vermutlich Ottos III., seiner Mutter Theophanu und weiterer Personen verziert ist. In der Deckelmitte befindet sich ein Elfenbeinrelief mit der Wiedergabe der * Kreuzigung Christi. Es wird angenommen, dass der Einband in Trier unter Bischof Egbert (983-991) hergestellt wurde, ursprünglich möglicherweise für das * Evangeliar der * Sainte Chapelle in Paris (Bibliothèque Nationale, Paris), als dessen Schöpfer der Meister des Registrum Gregorii gilt. Ein weiteres Hauptwerk der Echternacher Malerschule ist der Codex von Speyer, der von Kaiser Heinrich III. für den Dom zu Speyer gestiftet worden war (heute im Escorial). Charakteristisch für die Echternacher Malerschule sind die etwas länglich geformten Gesichter der dargestellten Personen.

A. BOECKLER, Das goldene Evangelienbuch Heinrichs III., Berlin 1932; P. METZ, Das Goldene Evangelienbuch von Echternach im German. Nationalmus. zu Nürnberg, München 1956; P. METZ, Die Entstehungszeit des Goldenen Evangelienbuches von Echternach, in: Sitzungsberichte der Kunstgeschichtl. Gesellschaft zu Berlin, 1959, S. 14 ff.; B. NITSCHKE, Die Handschriftengruppe um den Meister des Registrum Gregorii, Recklinghausen 1966.


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