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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Edelstein , Mineral, das sich durch Seltenheit, Unempfindlichkeit gegen Abnutzung, d. h. besondere Härte, durch Schönheit der Farbe oder klare Durchsichtigkeit bzw. in geschliffener Form durch das Vermögen spezieller Lichtbrechung von anderen Mineralien wesentlich unterscheidet und zusätzlich Edelsteinqualität (ohne oder mit nur geringfügigen Einschlüssen bzw. Rissen) aufweist.

Edelsteine sollten eine * Härte von mindestens 7,5 der Mohs'schen Härteskala haben, um gegen den Quarzstaub in der Luft (Abnutzungseffekt) unempfindlich zu sein. Der * Diamant besteht als einziger Edelstein nur aus einem Element, nämlich aus kristallisiertem Kohlenstoff. Obwohl im Laufe der Zeit schon mehr als 70 Minerale als Edelstein bezeichnet wurden, gelten heute neben dem Diamanten meist nur noch die so genannten Farbsteine * Rubin, * Saphir und * Smaragd als "echte" Edelsteine. Wenn auch besonders schöne und seltene * Schmucksteine oft weit kostbarer sein können als durch Risse und Verunreinigungen im Wert geminderte Edelsteine, so ändert dies doch nichts an den festgelegten Bezeichnung. Edelsteine bleiben Edelsteine, auch wenn einzelne Exemplare nur mindere Qualität haben, und Schmucksteine werden auch trotz besonderer Schönheit einzelner Exemplare nicht zu Edelsteinen. Der Ausdruck "halbedel" ist überaus fragwürdig und die Bezeichnung * Halbedelstein deshalb abzulehnen (* Schmuckstein). Als "echte" Edelsteine werden nur Natursteine angesehen, nicht aber * synthetische Steine und * Dubletten. Edelsteine wurden bereits in der Antike gefälscht (vgl. * Glasfluss), und schon Plinius nannte diese Art von * Fälschung "die einträglichste aller Gaunereien".

K. SCHLOSSMACHER, E. u. Perlen, Stuttgart 1959; H. VOLLSTÄDT, R. BAUMBÄRTEL, E., Leipzig 1982; Faszination E. Aus den Schatzkammern der Welt. Mythos, Kunst, Wissenschaft, Ausstellung Hessisches Landesmus. Darmstadt, Bern 1992.


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