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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Einblattdruck , * anopisthographischer Druck. Die Bezeichnung für diesen * Hochdruck wird vor allem für * Holzschnitte gebraucht, die im * Blockdruck als so genannte * Reiberdrucke hergestellt sind.

Dabei wurden Schrift und Darstellungen in Holzblöcke geschnitten und das angefeuchtete Papier mit Hilfe eines Reibers an die mit Druckerschwärze versehene geschnitzte Fläche angerieben. Da die Darstellungen auf der Rückseite leicht reliefartig erhöht durchgedrückt sind, kann jedes Blatt nur auf einer Seite bedruckt werden, d. h. die Blätter haben nur den Schöndruck (Vorderseite) und weisen keinen Widerdruck (Rückseite) auf. Als Einblattdrucke hergestellte Holzschnitte stammen meist aus der Zeit zwischen 1400 und 1550. Voraussetzung war das Vorhandensein von * Papier. Als ältester erhaltener Einblattdruck gilt ein um 1410 entstandener Holzschnitt mit der Darstellung * Christus in der Kelter (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg). Weitere bekannte Blätter sind die mit 1418 datierte Madonna aus Brüssel und ein 1423 in Buxheim bei Memmingen entstandenes Blatt mit dem * Christophorus-Motiv.

Als Einblattdruck hergestellt wurden u. a. * Ablassbriefe, Kalender mit * Monatsbildern, Spielkarten, Pamphlete, Gedichte, offizielle Bekanntmachungen (Steckbriefe) und Werbeschriften für das Militär usw. Sie sind die Vorläufer der Zeitungen. Auch die 95 Thesen M. Luthers wurden 1517 als Einblattdruck publiziert. Einblattdrucke in gebundener Form werden * Blockbuch genannt, in Anspielung auf den Blockdruck, d. h. auf den aus einem Holzblock bestehenden Druckstock. * Koloriert wurden Einblattdruck von den so genannten * Briefmalern. Eine Sonderform des Einblattdruck ist der * Teigdruck.

M. ESCHERICH, Einzelformschnitte und E. des Kestner-Museums zu Hannover (E. des 15. Jh. 46), Hannover 1916; M. GEISBERG, The German Single-Leaf Woodcut 1500-1550, revised and edited by Walter L. Strauss, 4 Bde., New York 1974; L. v. WILCKENS, Hinweise zu einigen frühen E.holzschnitten und zur Blockbuchapokalypse, in: Anzeiger des German. Nat. Mus. Köln 1978; W. SCHMITZ, Die Kölner E. des 15. Jh., Köln 1979; H. KÖRNER, Der früheste dt. E., Mittenwald 1979 (Studia Iconologica, Bd. 3, Diss. München 1981); W. KOSCHATZKY, Die Kunst der Graphik, München 1988.


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