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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Elfenbein-Flusspferdzahn , Nilpferdelfenbein, Zahnmaterial aus den Eckzähnen des Ober- und Unterkiefers des Fluss- oder Nilpferds (Hippopotamus amphibius L.), das heute noch in großer Zahl in stehenden oder langsam fließenden Gewässern Mittel- und Südafrikas lebt.

Im alten Ägypten, wo das Flusspferd früher den Nil in großen Mengen bevölkerte, wurden die wenig gebogenen oberen und die stark sichelförmig gekrümmten unteren Eckzähne des Nilpferds für Schnitzarbeiten verwendet. Die Eckzähne des Unterkiefers sind länger und erreichen bei einem Durchschnittsgewicht von 4 kg ca. eine Länge von 50 cm. Sie weisen deutliche Längsriefen auf und sind im Querschnitt abgerundet dreieckig. Sie haben keine Wurzeln, sondern sind auf dem kegelförmigen Zahnkeim aufgestülpt. Die Zahnbasis ist deshalb, wie beim Elefantenstoßzahn, gehöhlt. Das Zahnbein ist von einer besonders harten Schmelzschicht überzogen, die vor dem Schnitzen entfernt wurde. Die Zähne verloren bei diesem Vorgang bis zu 1/3 ihres Gewichts. Das Flusspferd-Elfenbein ist weiß oder leicht cremefarben und neigt nicht zum Vergilben. Es hat eine feinzellige, dichte Struktur, ist äußerst hart (* Härte zwischen 2,5 und 3), aber etwas spröd; * Maserung ist keine erkennbar. Frühe ägyptische Plastiken aus Flusspferdzahn stellen oft Flusspferde dar. Die kleinen Figuren sind bisweilen sehr alt, manche Exemplare stammen aus der Mitte 5. Jt. v. Chr. Es handelt sich vermutlich um Darstellungen von Taurt, der ägyptischen Schwangerschaftsgöttin, die in Form eines tragenden Nilpferds verehrt wurde, oder des Gottes Seth als männliches Nilpferd. Äußerst naturalistisch sind auch die ca. 7 cm langen Figuren liegender männlicher und weiblicher Löwen ausgeführt, die meist um 3100 v. Chr. datiert werden und zu so genannten * Mehenspielen gehörten.

W. M. PETRI, Abydos I, Tafeln II-III, London 1902; J. V. CANBY, Ancient Egpt and the Near East, in: Masterpieces of Ivory from the Walters Art Gallery, Baltimore 1985.


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