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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Email , das, bzw. Emaille, die, französisch von erschlossenem altfränkischen smalt, "schmelzen",

Bezeichnung für den aus Schmelzglas bestehenden Überzug auf Metallen, bisweilen auch auf Glas. Emailähnliche Überzüge auf Keramikwaren werden * Glasur genannt. Email war bereits vor Christi Geburt als Metalldekor bekannt. Zunächst wurde die durch lösliche Metalloxide eingefärbte Glasmasse im Mörser zerstampft, das feine Pulver dann mit etwas Flüssigkeit benetzt und der Brei auf einen Metallrezipienten aufgetragen. Nach dem Trocknen erfolgte das Aufschmelzen im Email-Ofen bei 700-900° C. Danach wurde das Objekt für gewöhnlich abgeschliffen und poliert. Das Herstellungsverfahren ist im wesentlichen bis heute gleich geblieben. Da Email-Arbeiten großteils aus so genannten Zellenschmelz bestehen (* Émail cloisonné), wird Email oft verallgemeinernd als Zellenschmelz bezeichnet. Eine dem Emaillieren verwandte, im alten Ägypten schon im 4. Jt. v. Chr. bekannte Verzierungstechnik bestand im Aufschmelzen oder -sintern von fein gemahlenem und mit Oxiden gefärbtem Sand (* Ägyptische Fayence).

Die ersten echten Email-Arbeiten scheinen im 12. Jh. v. Chr. vor allem im griechischen Raum entstanden zu sein; Hauptfundgebiete sind Kreta und Zypern. Es handelt sich dabei um so genannte Drahtemail mit unbeschliffenem Schmelz, wobei als Emailträger meist Gold, Kupfer oder Silber dient. Frühe Email-Arbeiten, insbesondere in der Technik des * Furchenschmelzes verzierte Bronzeobjekte, stammen von den Kelten, speziell aus der * La-Tène-Kultur. Nach Christi Geburt stellten vor allem germanische Kunsthandwerker (* Völkerwanderungskunst) Zellenschmelzarbeiten her; besonders bekannte Beispiele sind Gewandspangen in Form von stilisierten Adlern (Adlerfibeln). Effektvolle frühe Emailarbeiten stammen weiters von byzantinischen Emailleuren (* Pala d'oro).

Im 12. Jh. n. Chr. waren die Gebiete an Rhein (Köln) und Maas (Lüttich) Zentren der Email-Technik. Durch einen in den * Welfenschatz gelangten und bezeichneten * Tragaltar ist ein im Mittelalter tätiger Emailleur namentlich bekannt. Seine Signatur lautet * "Eilbertus Coloniensis" und verrät somit auch, dass er in Köln lebte. Seit dem 12. Jh. wurde die alte Bischofsstadt Limoges in Frankreich zum Mittelpunkt der französischen Email-Kunst. Die in Limoges hergestellten Arbeiten sind besonders schön und hatten zur Folge, dass Frankreich in späterer Zeit als Heimat der Emailkunst angesehen wurde und in der Literatur auch heute noch französische Fachausdrücke dominieren. In den Schriften des Mönchskünstlers * Theophilus Presbyter und des Goldschmiedes * Benvenuto Cellini sind zahlreiche Hinweise auf alte Emailtechniken zu finden.

O. UNTRACHT, Enamelling on Metal, New York 1957; M. G. GAUTHIER, Les Émaux limousins Champlevés, in: L'Information d'Histoire de l'Art 3, Paris, 1958; E. STEINGRÄBER, E., in: Reallex. zur dt. Kunstgesch., Bd. V., Stuttgart 1937 ff.; M.-M. GAUTHIER, Émaux du moyen âge occidental, Fribourg 1972; Splendor of Byzance, Kat., Brüssel 1982; G. HASELOFF, E. im frühen MA. Frühchristl. Kunst von der Spätantike bis zu den Karolingern, Marburg 1990.


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