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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Embriachi , in Florenz und Venedig etablierte Elfenbeinschnitzer- Werkstatt des 15. Jh.

Viele Arbeiten des Familienbetriebes sind mit einer stilisierten Lilie bezeichnet, abgeleitet vom Blumenwappen der Stadt Florenz. Als Gründer gilt der wahrscheinlich aus Genua stammende Elfenbeinschnitzer Baldassare di Simone d'Aliotto degli Embriachi. Namentlich bekannt sind auch seine Söhne Antonio und Giovanni. Es wird angenommen, dass in der Werkstatt eine große Anzahl von Mitarbeitern beschäftigt war. Zu den Arbeiten der Embriachis zählen neben * Retabeln und Spiegelrahmen vorwiegend Kassetten (mit vier-, sechs- oder achteckiger Grundfläche), die häufig in der Form eines Hauses bzw. Turmes gestaltet sind. Für gewöhnlich bestehen die Embriachi-Arbeiten aus einem Holzkern, der mit figural beschnitzten, oft * polychrom bemalten und mit * Goldkolorit verzierten, in der äußeren Form meist hochrechteckigen Knochensegmenten verkleidet ist. Die äußeren Einfassungen der Schnitzarbeiten bestehen meist aus * Certosamosaik.

Während bei Auftragsarbeiten die hochrechteckigen, als Hochreliefs gestalteten Plättchen oft aus Elfenbein bestehen und die Darstellungen aufeinander abgestimmt sind, fehlt beim Großteil der erhaltenen Objekte der inhaltliche Zusammenhang zwischen den einzelnen Darstellungen. Vor allem bei Verwendung von Bein wurden die im Allgemeinen figural beschnitzten Plättchen offensichtlich auf Vorrat hergestellt und dann, je nach Größe des Objektes, aneinandergereiht, ohne aufeinander abgestimmt zu sein. Als Hauptwerk der Embriachis gilt das von Giovanni Galeazzo Visconti für den Altar der * Certosa (Kartäuserkloster) von Pavia in Auftrag gegebene imposante Triptychon. Es soll zwischen 1400-1409 von Baldassare Embriachi gefertigt worden sein. Zu den besonders bekannten Werken der Embriachi zählt weiters das von Jean Duc de Berry dem Kloster von Poissy gestiftete große Retabel (Höhe 2,67 m, Breite 2,36 m), das sich heute im Musée du Louvre in Paris befindet. Die bei solchen Auftragsarbeiten dargestellten Personen weisen eine wesentlich höhere Schnitzqualität auf als der Durchschnitt der so genannten Embriachi-Arbeiten. Obwohl die auf Vorrat hergestellten Objekte wahrscheinlich auch in der Embriachi-Werkstatt weniger aufwendig ausgeführt wurden, haben aller Wahrscheinlichkeit nach auch andere Werkstätten den Embriachi-Stil kopiert, vergleichbar mit den aus späterer Zeit stammenden * Kombinationsfiguren, die heute von Laien häufig verallgemeinernd als * Trogerfiguren bezeichnet werden.

E. MOLINIER, Catalogue des ivoires du Musée du Louvre, Paris 1896; J. v. SCHLOSSER, Die Werkstatt der Embriachi in Venedig, in: Jahrb. der Kunsthistor. Slg. des Allerhöchsten Kaiserhauses XX, Wien 1899, S. 220-282; M. L. GENGARO, La Bottega degli E., in: Arte Lombarda 5, 1960, S. 221-228; A. WUNSCH, Two fragments from the E. Workshop, in: Univ. of Michigan Mus. of Art Bull. Jahrg. 1968; D. GABORIT CHOPIN, Elfenbeinkunst im MA, Berlin 1978; E. v. PHILIPPOVICH, Elfenbein, München 1982, S. 90-92; Embriachi. Il trittico die Pavia, Einleitung von G. A. Dell'Acqua, Hg. Franco Maria Ricci, Mailand 1982.


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