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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Engel , von griechisch angelos, "Bote",

Bezeichnung für ein Lichtwesen, durch das Gott seinen Willen kundtut, oder einen Schutzgeist für die Menschen (Schutzengel). In der Bibel namentlich Erwähnung finden die * Erzengel * Gabriel, * Michael, * Raphael und * Uriel, die als die Fürsten unter den Engeln bezeichnet werden. In dem um 500 entstandenen Werk "Hierarchia coelestis" (Die himmlische Hierarchie) des Pseudo-Dionysius Areopagita finden neun Engelhierachien Erwähnung, an deren oberster Stelle die * Cherubim und * Seraphim stehen. In der altchristlichen Kunst wurden Engel stets als (ungeflügelte) Jünglinge wiedergegeben. Auf Flügel verzichtete man, um jede Ähnlichkeit mit den geflügelten * Genien der Antike zu vermeiden. Eine der ältesten Engeldarstellungen stammt aus der 2. Hälfte 3. Jh. und befindet sich in der römischen Priscillakatakombe. Seit dem 4. Jh. wurden Engel zumeist mit Flügeln dargestellt, im 4. Jh. bisweilen auch mit Bart, etwa auf dem * Fresko * Bileam mit Engeln in der Neuen Katakombe Via Latina in Rom oder bei dem Motiv der * Drei Jünglinge im Feuerofen auf einem Sarkophag (Museo Pio Christiano, Rom). Oft werden Engel mit * Heiligenschein wiedergegeben. Ihre Bekleidung besteht bis zum Mittelalter aus einer weißen Tunika, dem * Pallium als Überwurf und Sandalen. Vom 5. Jh. bis einschließlich der Gotik haben die Engel in der abendländischen Kunst stets die Gestalt von Jünglingen. Dies änderte sich in der Renaissance, als erstmals Kinderengel (* Putti) aufkamen, die fallweise auch als Mädchen gestaltet wurden. Die Putti gehen auf hellenistische und byzantische Vorbilder zurück.

Lit.: S. WEBER, Die Entwicklung des Putto in der Plastik der Frührenaissance, Diss. Heidelberg 1898; H. MENDELSOHN, Die E. in d. bild. Kunst, Berlin 1907; R. EUKING, Beitr. zur Darstellung des E. in der altchristl. Kunst, Jena 1921; A. C. M. BECK, Genien u. Niken als E. in der altchristl. Kunst, Diss. Gießen 1936; E. PETERSON, Das Buch von den E., München 1955; Katalog: E.darstellungen aus zwei Jahrtausenden, Kunsthalle Recklinghausen 1959; K. A. WIRTH, E., in: Reallex. zur dt. Kunstgesch., Bd. 5, Stuttgart 1967, S. 341 ff.; G. BEREFELT, A Study on the Winged Angel, Stockholm 1968; G. TAVARD, Die E., Freiburg, Basel, Wien 1968; P. LAMBORN WILSON, E. in Kunst, Lit. und Folklore, Stuttgart 1981; A. ROSENBERG, E. und Dämonen, Gestaltwandel eines Urbildes, München 1986.


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