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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Enkaustik , von griechisch enkausis, "Einbrennen", Einbrennverfahren, bereits in der Antike verwendete Maltechnik, bei der an Wachs gebundene Farben in hartem Zustand mit heißen Bronzespachteln (* Cestrum) oder, durch Erwärmen verflüssigt, mittels Pinseln aufgetragen wurden.

Als Malgrund dienten glatter Verputz, Leinen, Marmor oder Holz. Erhalten geblieben sind Reste von in Enkaustik hergestellten Wandtäfelungen sowie ägyptischen Mumienporträts. Wie Farbspuren erkennen lassen, bemalten die Griechen im Altertum auch aus Marmor hergestellte Standbilder und Reliefs in Enkaustik. Entgegen der häufig verbreiteten Annahme waren die römischen Wandmalereien keine Enkaustiken, sondern * Fresken. Diese schon von G. * Vasari (1511-1574) vertretene Theorie wurde 1981 mit modernen wissenschaftlichen Methoden bestätigt. Nachgewiesen ist hingegen, dass in der Spätantike mit * Temperafarben gemalt wurde, die Bienenwachs enthielten. Im Zuge der Nachahmung alter Techniken wurde im 18./19. Jh. auch die Enkaustik wieder aufgenommen. Bekannt ist z. B., dass Schnorr von Carolsfeld und Carl Rottmann mit einigen Mitarbeitern auf Wunsch König Ludwigs I. von Bayern bei der Innenausstattung der Münchner Residenz in Enkaustik arbeiteten. Enkaustische Farben sind beständig gegen Feuchtigkeit und Verwitterung.

E. DOW, The Medium of Encaustic Painting. Technical Studies, in: Fogg Art Mus., Harvard Univ., Vol. V, 1936/37; K. WEHLTE, E. einst und jetzt, in: Maltechnik 62, 1956; R. BEYER, E., in: Reallex. zur dt. Kunstgesch., Bd. V, Stuttgart 1967; A. KNOEPFLI, O. EMMENEGGER, M. KOLLER, A. MEYER, Reclams Handbuch der künstlerischen Techniken, Bd. 2, Stuttgart 1990.


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