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Evangelistar , liturgische Handschrift mit Auszügen (griechischen Perikopen) aus den vier * Evangelien des Neuen Testament, die an den Sonn- und kirchlichen Feiertagen während der Messfeier zur Verlesung gelangen. Anfang und Ende einer Perikope weichen oft von der Textstelle im Evangelium ab. Besonders die Schlusszeile bezieht sich häufig auf eine andere Stelle im Evangelium. Diese Gepflogenheit richtet sich nach der Zeit der Entstehung, dem Ort und dem Auftraggeber, was der Forschung bisweilen ermöglicht, manche Evangelistar bestimmten * Skriptorien zuzuordnen. Durch das Evangelistar wurden die seit dem 8. Jh. gebräuchlichen * Perikopenbücher abgelöst. Evangelistar sind oft kunstvoll illuminiert, haben sich aber nur in verhältnismäßig geringer Zahl erhalten; 30 Exemplare aus dem 10. Jh., 72 aus dem 11. Jh., 91 aus dem 12. Jh. und 65 aus dem 13. Jh.
V. FIALA, W. IRTENKAUF, Versuch einer liturg. Nomenklatur. Zur Katalogisierung mittelalterl. und neuerer Handschr. Sonderh. d. Zeitschr. für Bibliothekswesen und Bibliogr., Frankfurt/M. 1963; W. BÖHME, Das E. Heinrichs III. in d. Staatsbibl. zu Bremen. Seine Bilder u. Perikopenfolge, Kurtrierer Jahrb. 8, 1968; P. BLOCH (Kommentar), Faksimile. Das Reichenauer E., Codex 78 A2 aus dem Kupferstichkabinett d. Staatl. Museen Preußischer Kulturbesitz in Berlin, Graz 1995.
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