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Exotismus , Vorliebe des Menschen für das Außergewöhnliche. Sie äußerte sich u. a. schon im alten Ägypten, beispielsweise in Form von Elfenbeinschnitzereien mit Darstellungen von Zwergen und besonders kleinwüchsigen Menschen. Im Mittelalter waren vor allem Berichte und Darstellungen von exotischen Tieren beliebt (* Physiologus). Besonders ausgeprägt war der Exotismus dann im 17. Jh., als im Zusammenhang mit der Kolonisation der so genannten "Wilde" entweder als "guter Wilder" oder "barbarischer Wilder" wiedergegeben wurde. In Kunst- und Wunderkammern Eingang fanden u. a. Kunstwerke (Art primitif, * Primitive Kunst) und Waffen von Naturvölkern, oft als "Waffen von den Hottentotten" bezeichnet. Um Formen des Exotismus handelt es sich auch bei den * Chinoiserien, beim * Japonismus sowie bei den * Turquerien und den Darstellungen von * Odalisken.
U. BITTERLI, Die "Wilden" u. die "Zivilisierten". Die europ.-überseeische Begegnung, München 1976; N. HENKEL, Studien zum Physiologus im MA, in: Hermaea NF 38, Tübingen 1976; K.-H. KOHL, Entzauberter Blick. Das Bild vom guten Wilden u. die Erfahrung der Zivilisation, Berlin 1981; R. WEGNER, Der E.-Streit in Dtl.: zur Auseinandersetzung mit primitiven Formen in d. bild. Kunst des 20. Jh., Frankfurt/M. 1983; Ch. D. CUTTLER, Exotics in the 15th Century Netherlandish Art; comments on oriental and gypsy costume, in: Liber amicorum Herman Liebaers, 1984; A. STOLL (Hg.), Die Rückkehr der Barbaren. Europäer u. "Wilde" in der Karikatur H. Daumiers, Kat., Bielefeld, Hamburg 1985; L. THORTON, La femme dans la peinture orientaliste, Paris 1985; Exot. Welten - Europ. Phantasien, Kat., Stuttgart 1987; Das exot. Tier in d. europ. Kunst, Stuttgart 1987; G. PICKERODT (Hg.), Die andere Welt: Studien zum E., Frankfurt/M. 1987; Das sogen. Exotische. Zu einem internat. Symposion, Stuttgart 1988.
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