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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Expressionismus , von französisch, englisch expression, "Ausdruck",

Vom Ende des 19. Jh. bis, im engeren Sinn, ca. 1925 bestehende Kunstrichtung (Ausdruckskunst) in Europa, die als Reaktion auf den * Impressionismus und * Naturalismus entstand und vor allem die Malerei und Graphik, weniger aber die Bildhauerei betraf.

Der Name Expressionismus wurde 1911 von Herwarth Walden geprägt, der auch die Zielsetzung des Expressionismus in dem von ihm gegründeten Kunstjournal "Der Sturm" verbreitete. In Frankreich fand der Expressionismus besonders die Zustimmung der * Fauves. Kennzeichnend für den Expressionismus sind die geistige Auseinandersetzung mit der Kunst sowie die Suche nach neuen Möglichkeiten des Ausdrucks und der Bildgestaltung. Die Künstler des Expressionismus waren bestrebt, soziales Engagement und innere Empfindungen, den seelischen Zustand, das Elementare zu veranschaulichen. Die Stimmung wurde durch deutliche Kontraste der rein und ungebrochen verwendeten Farben ausgedrückt, ferner durch die * Abstraktion der Formen sowie die Negation der Schattenbildung und der * Perspektive. Die Expressionisten verzichteten auf naturgetreue Wiedergabe von Form und Farbe des Dargestellten. Sie versuchten, durch unreale Farben und Formen eine subjektive Reaktion auf die Wirklichkeit zu erzielen. Zum Unterschied von der eindrucksvollen, um Harmonie der Farben und Formen bemühten Malerei der Impressionisten bedienten sich die Expressionisten häufig einer grellen, expressiven und großflächigen Farbigkeit sowie der ausdruckssteigernden Deformierung der hart und gebrochen wirkenden Formen. Anders als bei dem zur gleichen Zeit herrschenden, positiv orientierten mediterranen * Futurismus dominiert beim deutschen Expressionismus vielfach der Ausdruck von Schwermut, Weltschmerz und Zukunftsangst; sein Inhalt wird oft von einer mystisch-religiösen Gedankenwelt bestimmt. Der Expressionismus ist eine * avantgardistische Bewegung, eine Kunstrevolution, die sich gegen die akademische Kunst, gegen den Ästhetizismus und das Bildungsideal der * Bourgeoisie richtete. Die Ausdrucksmittel des Expressionismus erinnern bisweilen an die durch den Kolonialismus nach Europa gelangte Kunst afrikanische Naturvölker (Art primitif, * Primitive Kunst) und an die unbekümmert grelle Farbgebung europäischer * Volkskunst (Art populaire). Zu den Vorläufern des Expressionismus zählen die Maler Vincent van Gogh, Henri de Toulouse-Lautrec und Edvard Munch. Die im Expressionismus oft zum Ausdruck kommende Lebens- und Zukunftsangst wurde bereits 1895 bei dem von Munch stammenden Holzschnitt "Der Schrei" eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht. Zu der Vorperiode des Expressionismus gezählt wird ferner Paul Gauguin. Weitere bekannte Vertreter des Expressionismus waren u. a.: James Ensor, Ferdinand Hodler, Alexej Jawlensky, Wassily Kandinsky, Oskar Kokoschka, Henri Matisse, Paula Modersohn-Becker, Emil Nolde, Max Pechstein und Egon Schiele sowie die Bildhauer Ernst Barlach, Wilhelm Lehmbruck und Schmidt-Rottluff. Viele Expressionisten waren Mitglieder der Künstlervereinigungen "* Die Brücke" und "* Der Blaue Reiter".

H. NEUMAYER, E., Wien 1956; L.-G. BUCHHEIM, Graphik des dt. E., Feldafing 1959; P. VOGT, E., dt. Malerei zwischen 1905-1920, Köln 1979; E. ROTERS, Europ. E., Gütersloh 1971; H. WALDEN, E., Die Kunstwende (Berlin 1918), Reprint: Nendeln 1974; S. v. WIESE, Graphik des E., Frankfurt/M. 1978; P. VOGT, E., Dt. Malerei zwischen 1905 und 1920, Köln 1979; Expressionisten. Die Avantgarde in Dtl. 1905-1920, Kat. Nationalgal. Berlin 1981; W.-D. DUBE, Der E. in Wort und Bild, Stuttgart 1983; Zur Weltsicht des E., Werke 1905-14, Kat. Bielefeld 1985; S. SABARSKY, Malerei des dt. E., Stuttgart 1987; Spät-E. Die 2. Generation 1915-1925, Kat., Los Angeles 1988, Kat. Kunstmus. Düsseldorf/Staatl. Galerie Moritzburg Halle, München 1989; D. ELGER, E., Köln 1991; D. ELGER, E. Eine dt. Kunstrevolution, Köln 1994.


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